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"Albig vertritt Minderheitsmeinung in SPD"

Ralf Stegner "Albig vertritt Minderheitsmeinung in SPD"

Der Kieler Ministerpräsident Albig meldet sich nicht tagtäglich zu bundespolitischen Top-Themen zu Wort — aber wenn, dann haben seine Beiträge öfter Nachhall. So auch jüngste Bemerkungen über Wahlchancen eines SPD-Kandidaten gegen die übermächtige Kanzlerin.

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Ralf Stegner (rechts): Natürlich habe Albig damit Recht, dass die Kanzlerin populär und schwer zu schlagen sei.

Quelle: Carsten Rehder/dpa (Archiv)

Kiel. Die SPD-Spitze versucht offensiv den Eindruck zu zerstreuen, angesichts der Popularität von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) setze die Partei bei der nächsten Bundestagswahl nicht mehr auf Sieg.

Der Vorstoß des schleswig-holsteinischen SPD-Regierungschefs Torsten Albig, man könne 2017 lieber gleich auf einen eigenen Kanzlerkandidaten verzichten, sei „völlig abwegig“, sagte Generalsekretärin Yasmin Fahimi dem „Spiegel“. Der stellvertretende SPD-Vorsitzende Ralf Stegner sagte der Deutschen Presse-Agentur in Kiel: „Bei aller Übereinstimmung, die wir sonst haben: In der Frage bin ich wirklich anderer Auffassung — und die SPD insgesamt auch.“

Albig hatte in einem NDR-Interview erklärt, es sei schwer, gegen diese Bundeskanzlerin zu gewinnen. Daher könne auch eine bloße Regierungsbeteiligung Wahlziel für seine Partei sein. Merkel sei eine gute Regierungschefin für Deutschland. SPD-Chef und Vizekanzler Sigmar Gabriel gilt als Favorit für die Kanzlerkandidatur seiner Partei in zwei Jahren, ist aber intern nicht unumstritten.

„Wir müssen natürlich immer den Anspruch haben, die Regierung zu führen“, sagte Stegner der dpa. Albig habe Recht damit, dass Merkel populär und schwer zu schlagen sei. „Aber es kann ja nicht unser Ziel sein, mit den Grünen darum zu wetteifern, wer der nächste Juniorpartner der Union wird.“

Die Umfragen sähen im Moment nicht günstig für die SPD aus, räumte Stegner ein. „Aber das heißt ja nicht, dass es nicht besser werden kann. Und dafür muss man kämpfen.“ Bei ihm seien auf Albigs Aussagen „temperamentvolle Rückmeldungen“ aus dem Land und dem Bund eingegangen, so der schleswig-holsteinische SPD-Landesvorsitzende.

Fahimi betonte: „Die große Koalition ist eine Veranstaltung auf Zeit.“ Dafür kämpfe die SPD mit Politik, Programm und Personal. „Ich gehe davon aus, dass das auch für Schleswig-Holstein und seinen Ministerpräsidenten gilt.“

CDU-Generalsekretär erfreut über SPD-Prognose

Selten hat CDU-Generalsekretär Peter Tauber die Äußerung eines Ministerpräsidenten von der SPD so erfreut wie nun die Prognose von Torsten Albig zur nächsten Bundestagswahl. Zu dessen Einschätzung, dass die SPD gegen Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) 2017 schwer gewinnen könne, sagte Tauber am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin: „Es ist toll, dass viele Sozialdemokraten Angela Merkel für eine gute Kanzlerin halten — wie Torsten Albig. Aber die SPD soll sich aber keinen falschen Hoffnungen hingeben. Wenn Angela Merkel wieder antritt, dann für die CDU und nicht für die SPD.“ Zugleich warnte Tauber die Union davor, die nächste Bundestagswahl bereits als Selbstläufer abzutun.

Albig hatte dem Sender NDR 1 Welle Nord gesagt: „Ich glaube, es ist schwer gegen diese Bundeskanzlerin zu gewinnen.“ Auch eine bloße Regierungsbeteiligung könne das Wahlziel für seine Partei sein. Die SPD brauche einen starken Kandidaten. „Ob da die Bezeichnung Kanzlerkandidat noch richtig ist, das werden wir sehen. Er ist dann der Spitzenkandidat der Sozialdemokraten.“ Zu sagen, die SPD erwarte jetzt die absolute Mehrheit, „wäre ziemlich bescheuert“.

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Bundestagswahl 2017
Foto: Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat angesichts der Popularität von Kanzlerin Angela Merkel einen Sieg seiner Partei bei der Bundestagswahl 2017 offen infrage gestellt.

Kanzlerkandidat oder nur Spitzenkandidat? SPD-Chef Gabriel hält eine Debatte über den Merkel-Herausforderer zur Bundestagswahl 2017 für verfrüht. Hätte der gegen die Kanzlerin überhaupt eine Chance, fragt unverblümt sein Parteifreund Torsten Albig aus Schleswig-Holstein.

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