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Aalfang-Verbot in der Ostsee

Reaktion auf EU-Vorschlag Aalfang-Verbot in der Ostsee

Der Vorschlag der EU-Kommission, den Aalfang in der Ostsee zu verbieten, hat zu gemischten Reaktionen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern geführt. Nach Ansicht der Brüsseler Behörde ist ein solches Verbot notwendig, da die Bestände aus ihrer Sicht zu niedrig sind.

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Die EU-Kommission fordert für das kommende Jahr ein Aalfang-Verbot in der Ostsee.

Quelle: Stefan Sauer/dpa

Kiel. Das Verbot solle im kommenden Jahr für Berufs- und Freizeitfischer gelten, teilte die EU-Kommission am Dienstag mit. Unbeabsichtigt gefangene Aale müssten demnach ebenfalls unverzüglich wieder freigelassen werden. Der Vorschlag der EU-Kommission basiert auf wissenschaftlichen Gutachten des Internationalen Rates für Meeresforschung (ICES).

Habeck nennt Vorstoß "folgerichtig"

Schleswig-Holsteins Fischerei- und Umweltminister, Robert Habeck (Grüne), nannte den Vorstoß folgerichtig, da es um den Aalbestand in Europa schon lange schlecht bestellt sei. Seiner Ansicht nach sollte die EU-Kommission das Verbot auf den gesamten maritimen Lebensraum des Aals im Hoheitsgebiet der EU, insbesondere den Atlantik, ausweiten. „Das wäre ökologisch sinnvoll – es geht schließlich um einen einzigen großen Aalbestand in Europa. Außerdem wäre es auch ein Gebot der Fairness für alle Fischer.“

Verärgerung bei den Verbänden

Die Landesfischereiverbände in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern reagierten verärgert auf den Vorstoß aus Brüssel. „Ich kann einen totalen Fangstopp im Moment nicht nachvollziehen“, sagte der Vorsitzende des schleswig-holsteinischen Landesverbandes, Lorenz Marckwardt. Er wies darauf hin, dass die Fischer im Land seit acht Jahren verstärkt Jungaale aussetzten, um den Bestand zu erhöhen. Erste Erfolge seien da.

WWF und BUND begrüßen Fangstopp

Die Umweltschutzorganisationen WWF und BUND hingegen begrüßten den avisierten Fangstopp, über den die zuständigen EU-Minister voraussichtlich am 9. und 10. Oktober entscheiden. „Wir sehen dem Aal seit Jahren beim Aussterben zu. Es ist höchste Zeit, die Fischerei auf diese bedrohte Art einzustellen“, sagt der Fischereiexperte beim WWF Deutschland, Philipp Kanstinger.

Die seit 2007 EU-weit verordneten Aalmanagementpläne hätten bisher nicht zu einem entscheidenden Erfolg geführt, findet auch der BUND. Wissenschaftler hätten wiederholt drastischere Maßnahmen gefordert „Wir riskieren es, diese Fischart direkt vor unseren Augen zu verlieren, wenn wir den Rat der Wissenschaftler weiter ignorieren“, sagte die Meeresschutzexpertin beim BUND Schleswig-Holstein, Stefanie Sudhaus. Sie forderte darüber hinaus weitergehende Maßnahmen: „Es gibt nur einen einzigen Bestand des Europäischen Aals und egal, wo und wie, jeder Aalfang muss gestoppt werden, bis der Bestand Anzeichen einer Erholung zeigt.“

Von KN-online

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