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Reaktionen zum Tod von Helmut Schmidt

Altkanzler Reaktionen zum Tod von Helmut Schmidt

Deutschland trauert um Helmut Schmidt. In den ersten Reaktionen wird der Altkanzler als großer Staatsmann gewürdigt. Bundespräsident Gauck nennt ihn einen „Mann der Tat, des klaren Gedankens und des offenen Wortes“.

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Helmut Schmidt starb am Dienstagnachmittag in Hamburg.

Quelle: Tim Brakemeier/dpa (Archiv)

Ministerpräsident Torsten Albig

Hamburg. "Mit dem Tod von Helmut Schmidt ist Deutschland ein Stück ärmer geworden. Er war ein großer Staatsmann, ein Macher, Zeit seines Lebens ein Vordenker und für viele Menschen, auch für mich, ein Vorbild. Ich verneige mich vor seinem Lebenswerk", sagte Albig. Helmut Schmidt verkörpere fast ein Jahrhundert deutscher Geschichte und habe sie in ganz vielen Bereichen mit gestaltet. "Seine Lebensleistung ist grandios und bleibt unvergessen. Der Verlust ist enorm. Es tut sehr weh, seine Stimme und seinen Rat nicht mehr zu hören. Er fehlt uns schon jetzt. Wir werden diesen großartigen Menschen nicht vergessen", so Albig.

Landtagspräsident Klaus Schlie

"Helmut Schmidt war ein großer Staatsmann und eine moralische Instanz! Er blieb in Verantwortung standhaft, wo andere schwach wurden. Er hat die Dinge in seiner unnachahmlich gradlinigen Art beim Namen genannt und ist bis ins hohe Alter offen und konsequent für seine Überzeugungen eingetreten. Deutschland hat eine bedeutende Identifikationsfigur verloren! Unser Mitgefühl gilt seiner Familie", so Schlie. Das Lebenswerk Helmut Schmidts, der über seinen Tod hinaus ein Vorbild sei, verdiene höchsten Respekt.

Finanzministerin Monika Heinold

Als Politiker von beeindruckender Gradlinigkeit und Entschlossenheit hat die schleswig-holsteinische Finanzministerin Monika Heinold den gestorbenen früheren Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) gewürdigt. „Er war ein charismatischer Politiker im positiven Sinne“, sagte die Grünen-Politikerin am Dienstag. „Sein Tod bewegt mich sehr.“

Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der SPD, Ralf Stegner

"Helmut Schmidt hat sich um Deutschland verdient gemacht. Er war in seiner Gradlinigkeit und seiner Überzeugung vielen ein Vorbild. Dieser große Politiker, Parlamentarier und Publizist wird nicht nur den Sozialdemokraten fehlen. In Gedanken sind wir bei seiner Familie.“

Wolfgang Kubicki, Fraktionschef der FDP-Landtagsfraktion und FDP-Bundesvize

„Mit Helmut Schmidt verliert das Nachkriegsdeutschland einen bedeutenden Staatsmann, der in seiner politischen Laufbahn dokumentiert hatte, dass er mit unterschiedlichen Krisensituationen umgehen konnte. Mit vielen Deutschen teile ich die Auffassung, dass Helmut Schmidt als Bundeskanzler auch die aktuelle Flüchtlingskrise sehr pragmatisch bewältigt hätte.“

Der Vorsitzende des CDU-Landesverbandes, Ingbert Liebing

„Helmut Schmidt war Schleswig-Holstein und den Schleswig-Holsteinern immer sehr verbunden. Besonders in Erinnerung bleiben wird uns schleswig-holsteinischen Küstenbewohnern sein tatkräftiges und entschlossenes Handeln als Hamburger Innensenator bei der Flutkatastrophe 1962. Die Lebensleistung von Helmut Schmidt erfüllt uns mit großem Respekt“, erklärte der CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing.

Der Vorsitzende der CDU-Fraktion, Daniel Günther

„Helmut Schmidt hat in seiner Kanzlerschaft – aber auch bereits als Senator in Hamburg – Rückgrat und Durchsetzungsvermögen bewiesen. Er stand bei seinen großen Entscheidungen für eine pragmatische Politik. Bei der Durchsetzung seiner politischen Überzeugungen – wie beispielsweise beim NATO-Doppelbeschluss - nahm er erhebliche Kritik auch aus der eigenen Partei in Kauf. Bis zuletzt gab er als politischer Beobachter immer wieder wichtige und viel zitierte Impulse für politische Debatten. Die Bundesrepublik Deutschland hat mit Helmut Schmidt einen ihrer bis heute angesehensten politischen Köpfe und Schleswig-Holstein seinen ersten Ehrenbürger verloren. Die schleswig-holsteinische Union ist in Gedanken bei seiner Familie“, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende Daniel Günther.

Christian Kuhnt, Intendant des Schleswig-Holstein Musik Festivals

„Das Schleswig-Holstein Musik Festival trauert um einen großen Staatsmann und einen leidenschaftlichen Freund der Musik. Er unterstützte mit großem Engagement die Festivalidee, „die Menschen in unserer Heimat an die Musik heranzuziehen“, wie er es selbst in seiner Ansprache anlässlich der Gründung des Festival formulierte.“

Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) 

„Das jetzt ist eine Stunde, in der Deutschland innehält“, sagte Steinmeier am Dienstag in Berlin. „Er hat nicht nur meine Generation geprägt, sondern viele bis heute haben seine Klugheit, seine Autorität geschätzt und gesucht.“ Schmidt habe die Notwendigkeit gesehen, Deutschland in die Weltwirtschaft einzubinden. Steinmeier erinnerte auch an Schmidts „Kurshalten“ in der Auseinandersetzung mit dem Terrorismus in den siebziger Jahren.

Bundespräsident Joachim Gauck

„Wir trauern um einen der bedeutendsten deutschen Politiker der Nachkriegszeit“, heißt es in einem am Dienstag übermittelten Schreiben an Schmidts Tochter Susanne Kennedy-Schmidt. Helmut Schmidt sei ein „leidenschaftlich vernünftiger Denker“ gewesen, der mit seiner Vorstellung von Politik als „pragmatisches Handeln zu sittlichen Zwecken“ auch nach dem Ausscheiden aus der aktiven Politik als Verleger und Publizist ein aufmerksamer politischer Beobachter geblieben sei.

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU)

„Deutschland hat einen Großen verloren. Als Bürgermeister von Hamburg, als Finanzminister und als Bundeskanzler: Helmut Schmidt wusste, worauf es ankam. Er hat Politik kraftvoll gestaltet — gerade in Krisenzeiten.“

Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder

„Wir verneigen uns vor einem großen Staatsmann. Helmut Schmidt war der letzte Bundeskanzler, der den Zweiten Weltkrieg als Soldat mit erlebt hat. Diese Erfahrung war für ihn die Motivation, unserem Land zu dienen. Als Kanzler führte er Deutschland durch schwere Jahre, die von Wirtschaftskrisen, Terrorismus und Aufrüstung der Sowjetunion geprägt waren. Helmut Schmidt hat sich um Deutschland verdient gemacht.“

Die Linken-Fraktionsvorsitzenden Sahra Wagenknecht und Dietmar Bartsch

„Nicht mit allen Entscheidungen waren wir einverstanden. Doch wir haben an Helmut Schmidt über Parteigrenzen hinweg geschätzt, dass er von ihm als richtig erkannte politische Projekte auch gegen innerparteiliche und gesellschaftliche Widerstände immer mit beeindruckendem persönlichen Einsatz und großer Beharrlichkeit vorangetrieben hat.“

Die Grünen-Fraktionsvorsitzenden Katrin Göring-Eckardt und Anton Hofreiter

„Helmut Schmidt war ein kantiger, gradliniger und streitbarer Politiker und Denker. In vielen schwierigen Situationen hat er mutige Entscheidungen getroffen, wo andere längst aufgegeben hätten. Nicht mit allen seiner Entscheidungen waren wir einverstanden. Die Gründung der Grünen war auch eine Reaktion auf die Politik der SPD unter Helmut Schmidt, sei es die Nato-Nachrüstung, sei es die Atompolitik.“

Der FDP-Vorsitzende Christian Lindner

„Helmut Schmidt war die Verkörperung pragmatischer Staatskunst und klarer Verantwortungsethik. „Leitender Angestellter der Republik“ — diese nüchterne Tätigkeitsbeschreibung von Helmut Schmidt zeigt, was er verkörperte und was dem Land fehlt: Managementqualität, Gestaltungs- und Führungswille. Schmidt wurde durch Krisen groß, die er klein machte. Heute wird Politik oft klein, weil sie Krisen groß macht.“

Ex-FDP-Chef Hans-Dietrich Genscher

„Wir wissen, Deutschland ist ärmer geworden, und wir empfinden, er wird uns fehlen“, erklärte Genscher am Dienstag in Bonn. Für ihn persönlich sei der Tod Schmidts „der Abschied von einem Weggefährten in schwerer Zeit“.

Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz

Er „vertrat stets die Auffassung, dass die alte Stadtrepublik Hamburg immer eine Stimme der Aufklärung, der Vernunft und des Fortschritts sein müsse“, erklärte Scholz am Dienstag. „Wir wollen ihm ein ehrendes Andenken bewahren, indem wir seine politischen Grundüberzeugungen in die Zukunft fortschreiben.“

Hamburgs früherer Erster Bürgermeister, Klaus von Dohnanyi (SPD)

„Ich verliere mit ihm einen älteren, aber auch engen Weggefährten. Er war ein wegweisender politischer Freund und er ist als Kopf und Mitdenker über Deutschland und Europa nicht zu ersetzen.“

SPD-Landesverband Hamburg

„Es gibt kaum einen Politiker der Nachkriegszeit, dem die Freie und Hansestadt Hamburg mehr zu verdanken hätte. Bereits 1962 hat er sich durch sein Wirken als Krisenmanager während der Sturmflut in einer Weise verdient gemacht, die ihresgleichen sucht.“

Anjes Tjarks, Fraktionschef der Grünen-Bürgerschaftsfraktion

„Mit Helmut Schmidt ist heute ein großer Hamburger von uns gegangen. Bis zu seinem Tode war er ein streitbarer Politiker, seine großen Verdienste um Hamburg, Deutschland und Europa bleiben dabei über Parteigrenzen hinweg unbestritten.“

Roland Heintze, CDU-Landeschef

„Mit ihm verliert Deutschland einen großen Geist und einen beeindruckenden Politiker. (…) Seine oftmals kontrovers diskutierten Denkanstöße haben viele Debatten bis zuletzt geprägt. Hamburg hat mit ihm eine starke, einzigartige Persönlichkeit verloren.“

André Trepoll, Vorsitzender der CDU-Bürgerschaftsfraktion

„Helmut Schmidt war ein herausragender Staatsmann und großer Hanseat. Er hat Deutschland und Hamburg geprägt. Ob Sturmflut, Deutscher Herbst oder Nachrüstung — Sein Mut, auch schwierige Entscheidungen entschlossen zu vertreten, war beispielhaft.“

Katja Suding, FDP-Fraktionvorsitzende Hamburg

„Helmut Schmidt hat sich um die Freie und Hansestadt Hamburg und um die Bundesrepublik Deutschland große und bleibende Verdienste erworben. Seinem engagierten Einsatz als Innensenator während der Flutkatastrophe 1962 verdanken viele Hamburger buchstäblich Ihr Leben.“

Grünen-Vorsitzenden Simone Peter und Cem Özdemir

„Auch wenn die Grünen gerade in der Gründungsphase in wichtigen Fragen oft auf der anderen Seite der Debatte standen, werden wir Helmut Schmidt, seinen Scharfsinn und seine Freude an der politischen Auseinandersetzung vermissen.“

Europaparlamentspräsident Martin Schulz (SPD)

 „Mit Helmut Schmidt starb ein herausragender deutscher Bundeskanzler, ein großer und kämpferischer Europäer und ein Mann, der die Sozialdemokratie in Deutschland und Europa wie kaum ein anderer geprägt hat“, erklärte Schulz am Dienstag in Brüssel. „Er hat Deutschland souverän und mit unvergleichlicher Führungsstärke in schwierigen innenpolitischen und weltwirtschaftlichen Zeiten gelenkt.“

François Hollande

Frankreichs Präsident François Hollande hat den verstorbenen Bundeskanzler Helmut Schmidt (SPD) als „großen Europäer“ gewürdigt. „Ein großer Europäer ist tot.“

CSU-Chef Horst Seehofer

„Strategisches Geschick und politische Weitsicht — so hat Helmut Schmidt als Bundeskanzler die Bundesrepublik Deutschland sicher durch die schwierige Zeit des RAF- Terrorismus und des Kalten Krieges geführt.“

Lutz Marmor, ARD-Vorsitzender und NDR Intendant

„Helmut Schmidt war ein Staatsmann von Weltrang, der seine Positionen deutlich und norddeutsch klar vertreten hat. Er war für uns immer ein geschätzter und kenntnisreicher Interviewpartner. Mit dem Tod von Helmut Schmidt hat der öffentlich-rechtliche Rundfunk einen bedeutenden Freund und Unterstützer verloren. Unser Mitgefühl gilt seiner Lebensgefährtin und seiner Familie.“

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Helmut Schmidt
Foto: Helmut Schmidt stellte am 11.08.1978 sein neues kleines Segelboot vor, das ihm der kanadische Ministerpräsident Pierre Trudeau geschenkt hatte.

Helmut Schmidt und Schleswig-Holstein, das war immer eine enge Beziehung. Der Einsatz des früheren Hamburger Innensenators bei der großen Sturmflut 1962 ist vielen Älteren in lebhafter Erinnerung. Noch mehr aber hat sich der Brahmsee als Sinnbild für diese Verbindung im Bewusstsein der Menschen eingeprägt.

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