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Regierung will Spritfresser loswerden

Neue Dienstwagen in Schleswig-Holstein Regierung will Spritfresser loswerden

Ministerpräsident Torsten Albig und seine Minister wollen bei der Wahl der Dienstfahrzeuge einen Gang zurückschalten. Erklärtes Ziel des Regierungschefs ist es, die großen Limousinen nach und nach gegen deutlich sparsamere und umweltfreundlichere Wagen auszutauschen.

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Noch ist der Dienstwagen von Ministerpräsident Torsten Albig ein A8.

Quelle: Volker Rebehn

Kiel. Albig setzt damit innerhalb kürzester Zeit ein zweites Signal. Bereits unmittelbar nach der Regierungsübernahme hatte das Kabinett eine Kürzung der Ministergehälter beschlossen. Nun sollen auch die Dienstwagen der Minister und Staatssekretäre „eine Nummer kleiner“ werden, wie es der Ministerpräsident formulierte.

Auf der Hitliste der Dienstwagen stehen bislang Audi A8 oder 7er BMW ganz oben. Alle Fahrzeuge haben mindestens 250 PS starke Motoren und pusten nach einer Erhebung der Deutschen Umwelthilfe im Schnitt 180 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer in die Luft. Zum Vergleich: Der Zielwert der Europäischen Union liegt bei 130 Gramm.

Umweltminister Robert Habeck von den Grünen hat sich des Themas bereits angenommen. „Wir brauchen keine Statussymbole“, sagte er KN-online. Habeck will prüfen lassen, welche Autos für die Minister infrage kommen, und dem Kabinett eine Liste mit Vorschlägen unterbreiten. Dabei gehe es nicht darum, dass plötzlich alle aufs Fahrrad umsteigen, stellte Habeck klar. Es müsse auch in Zukunft möglich sein, auf langen Autofahrten Akten zu bearbeiten. Dennoch könne man etwas für den Klimaschutz tun, indem man beispielsweise ein kleineres Modell und eine kleinere Motorisierung wählt. Auf Nachfrage gaben viele Minister an, von einem A8 zumindest auf einen A6 umsteigen zu wollen.

Dies wird allerdings noch einige Zeit dauern. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Fahrzeuge der Landesregierung geleast werden. Die neuen Autos sind bereits vor der Wahl bestellt worden und müssen nun auch angenommen werden. Zweite Schwierigkeit: Dem Vernehmen nach sind die Leasingraten gerade für die Spitzenmodelle deutlich günstiger als für etwas kleinere Wagen. Die Landesregierung, die ihre Fahrzeuge direkt vom Hersteller bezieht, wird also möglicherweise neu verhandeln müssen. Unmöglich ist das nicht.

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Ein Artikel von
Bodo Stade
Stellvertretender Chefredakteur