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Robert Habeck: Alles auf eine Karte

Grüner Spitzenkandidat? Robert Habeck: Alles auf eine Karte

Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) geht aufs Ganze, spricht von offener See und schließt eine Kandidatur zur nächsten Landtagswahl kategorisch aus – auch für den Fall, dass er bei der Urwahl im Januar unterliegen und somit vom Bundesparteitag nicht als Spitzenkandidat nominiert werden sollte.

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„Mein politischer Anspruch ist größer geworden“: Umweltminister Robert Habeck (Grüne) zieht es nach Berlin.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Schleswig-Holsteins Grüne halten ihren Listenparteitag erst eine Woche später ab und hätten dem 46-Jährigen damit theoretisch eine Hintertür offen gehalten, falls es mit der Kandidatur in Berlin doch nicht klappen sollte. Doch Robert Habeck winkt ab.

 Noch immer wird spekuliert, ob der Bundesvorsitzende Cem Özdemir ebenfalls für den Spitzenposten antritt. Bundestagsfraktionschef Anton Hofreiter, der zur Parteilinken zählt, hat bereits seinen Hut in den Ring geworfen, und Realo Katrin Göring-Eckardt gilt als fest gebucht. Ja, er befinde sich in der Rolle des Herausforderers, stellt Habeck fest, und das sei riskant. „Ich habe nur eine Chance, erfolgreich zu sein, wenn ich es mit ganzer Kraft will und meine gesamte Leidenschaft darauf setze“, schreibt er in einem Brief an die Basis. Er werde keine Rückfalloption in Anspruch nehmen und weder für die Landesliste 2017 noch im Fall einer Niederlage zur Urwahl auf Listenplatz 2 für die Bundestagswahl antreten. Auf dem Landesparteitag am 23. und 24. April in Neumünster bittet Realo Habeck seine Parteifreunde um ein möglichst kraftvolles Votum.

 Er wolle Schleswig-Holsteins grüne Erfolgsgeschichte weiter nach Berlin tragen. Schon seit Jahren liege man bei vier bis sechs Prozent über dem Bundesdurchschnitt. „Wir regieren und haben uns trotzdem eine unverkrampfte Haltung und gerade Sprache bewahrt.“ Er glaube, in Berlin einen Beitrag leisten zu können, „dass die Grünen mit sich selbst ins Reine kommen, dass wir kein irgendwie verkrampfter, verbissener und zerstrittener Haufen sind“. Der Hunger nach grüner Politik, wie er es formuliert, sei riesengroß. Sein Anspruch sei es, die Partei auch auf Bundesebene wieder in Regierungsverantwortung zu führen.

 Mancher habe ihn gebeten, nicht zur Urwahl anzutreten und stattdessen die Wahl in Schleswig-Holstein zu gewinnen. Doch das sei zu kurz gedacht. „Gerade aus meinem Amt heraus ist mein politischer Anspruch größer geworden.“ Energiewende, Atomausstieg, Agrarwende, Umwelt- und Meeresschutz: Er wolle dort für Themen kämpfen, wo sie gesamtstaatlich und europäisch entschieden werden. Habeck stand 2009 und 2012 auf Platz 2 der Landesliste.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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