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Robert Habeck will keine Koalition ausschließen

Auf Bundesebene Robert Habeck will keine Koalition ausschließen

Gesucht wird: Ein Spitzenkandidat der Grünen für die Bundestagswahl 2017. Neben dem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir und dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion Anton Hofreiter hat auch Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck Ambitionen.

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Nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sollte seine Partei bei der Bundestagswahl 2017 offen für unterschiedliche Koalitionen sein.

Quelle: Ulf Dahl (Archiv)

Kiel. Nach Ansicht von Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) sollte seine Partei bei der Bundestagswahl 2017 offen für unterschiedliche Koalitionen sein. Auf die Frage, ob er eine der Koalitionsvarianten Union/Grüne, SPD/Linke/Grüne oder SPD/FDP/Grüne ablehnen würde, sagte Habeck: „Nein. Wir haben hier in Schleswig-Holstein eine Linie aufgebaut, dass die Grünen sich eigenständig und nicht mit Blick auf Koalitionen definieren. Das schließt Ausschließerei aus.“

Zum zweiten Mal nach 2012 werden die rund 60 000 Grünen-Mitglieder um die Jahreswende 2016/2017 per Urwahl bestimmen können, welches Spitzenkandidaten-Duo — ein Mann und eine Frau — die Partei in die Bundestagswahl 2017 führen wird. Habeck strebt neben dem Bundesvorsitzenden Cem Özdemir und dem Vorsitzenden der Bundestagsfraktion, Anton Hofreiter, die männliche Spitzenkandidatur der Grünen an.

Frage: Drei Männer bewerben sich für die männliche Spitzenkandidatur der Grünen: Wer ist der Beste?

Antwort: Das sollen die Grünen in der Urwahl entscheiden. Cem kennt den Politik-Betrieb in Berlin in- und auswendig, Toni ist ein kerniger Fraktionsvorsitzender. Und ich habe meine Erfahrung in der Landesregierung. Die ist, die großen Themen im Konkreten voranzubringen und gesellschaftlich getragene Lösungen zu erringen.

Frage: Bisher hat nur Katrin Göring-Eckardt Interesse an der weiblichen Spitzenkandidatur angemeldet. Sollten nicht auch drei Kandidatinnen zur Wahl stehen? Und hätten Sie konkrete Vorschläge, welche Frau als Spitzenkandidatin den Grünen bei der Bundestagswahl helfen könnte?

Antwort: Habe ich nicht.

Frage: Wie viel Prozent Zustimmung beim Grünen-Landesparteitag am kommenden Sonntag in Neumünster sind für Sie Voraussetzung, um tatsächlich Ihre Kandidatur auf Bundesebene zu starten?

Antwort: Mir geht es darum, unsere gemeinsame Geschichte nach Berlin zu tragen. Also sollte das auch eine gemeinsame Sache sein. Und genau das muss das Votum widerspiegeln.

Frage: Nach welchen drei wichtigsten Kriterien sollte die Parteibasis über die Spitzenkandidaten entscheiden?

Antwort: Wer bin ich, der den Mitgliedern Vorgaben für ihre Entscheidung macht?

Frage: Sehen Sie überhaupt eine realistische Chance, gegen solch prominente Bundespolitiker wie Özdemir oder Hofreiter bestehen zu können, und dann noch als Vertreter eines kleinen Landesverbandes?

Antwort: Chancen entstehen, indem man für sie kämpft.

Frage: Würden Sie im Bundestagswahlkampf eine rot-rot-grüne, eine schwarz-grüne oder eine rot-grün-gelbe Koalition von vorneherein für sich persönlich ausschließen?

Antwort: Nein. Wir haben hier in Schleswig-Holstein eine Linie aufgebaut, dass die Grünen sich eigenständig und nicht mit Blick auf Koalitionen definieren. Das schließt Ausschließerei aus. Wir sind in einer so entscheidenden politischen Zeit, dass alle Parteien erst einmal bereit sein müssen, Verantwortung tragen zu wollen.

Frage: Würden Sie bitte den Satz ergänzen „Mit mir als Spitzenkandidaten würden die Grünen …“

Antwort: … nicht Zuchtmeister, sondern Klassensprecher dieser Gesellschaft.

ZUR PERSON: Robert Habeck, 46, ist seit 2012 in Schleswig-Holstein stellvertretender Ministerpräsident und Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und Ländliche Räume im Kabinett von Torsten Albig (SPD). Zuvor war Habeck von 2009 bis 2012 Fraktionsvorsitzender der Grünen im Kieler Landtag. Der gebürtige Lübecker hat in Freiburg, Roskilde (Dänemark) und Hamburg studiert und in Philosophie promoviert. Habeck ist Schriftsteller, er ist mit der Schriftstellerin Andrea Paluch verheiratet, das Paar hat vier Söhne.

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