27 ° / 11 ° heiter

Navigation:
Albig: Gabriel hat Zugriff auf Kanzlerkandidatur

SPD Albig: Gabriel hat Zugriff auf Kanzlerkandidatur

Selbstbewusst und mit dauerhaft klarem Kurs – so wünscht sich der Kieler Regierungschef seine SPD. Ihre Erfolge müsse sie offensiver herausstellen, sagt Albig. Ausdrücklich lobt er Parteichef Gabriel, der auch den ersten Zugriff auf die Kanzlerkandidatur habe.

Voriger Artikel
Scholz erwartet keine rasche Einigung über Finanzausgleich
Nächster Artikel
Erste Tornados zum Anti-IS-Einsatz gestartet

Ist von seiner Partei überzeugt: Ministerpräsident Albig (SPD).

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Im Kampf um bessere Wahlergebnisse darf die SPD nach Ansicht des schleswig-holsteinischen Ministerpräsidenten Torsten Albig nicht dem wechselnden Zeitgeist oder der aktuellsten Umfrage hinterherlaufen. „Am Ende erwarten gerade unsere Wähler einen klaren Kurs, der über lange Zeit Bestand hat und nicht im Wind der Opportunität hin und her schwankt“, sagte der SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur vor dem am Donnerstag beginnenden SPD-Bundesparteitag.

Albig lobte Sigmar Gabriel als starken Parteivorsitzenden. „Er hat mit einer Partei, die mit nur 25 Prozent der Wählerstimmen Teil der Bundesregierung geworden ist, in den letzten Jahren außerordentlich viel für dieses Land erreicht.“ Die Frage nach dem Kanzlerkandidaten für 2017 stelle sich derzeit nicht, sagte Albig. „Wir werden das zu gegebener Zeit entscheiden.“ Den ersten Zugriff habe naturgemäß der Parteivorsitzende. „Es wird aber im Wahlkampf ganz zentral darum gehen, die SPD so stark wie möglich zu machen und nicht in erster Linie darum, das persönliche Glück eines Menschen zu erhöhen.“

Albig will mehr Erfolge herausstellen

Ohne die SPD dürfe es in Deutschland keine Regierungsmehrheiten geben. Das sei in Zeiten mit einem stärker werdenden rechten Rand wichtiger denn je, sagte der Kieler Regierungschef. „Die Menschen müssen wissen, dass nur mit uns rechter Ungeist verlässlich zurückgedrängt werden kann.“ Um ein gutes Wahlergebnis zu erreichen, sollte die SPD aus Albigs Sicht ihre Erfolge herausstellen, statt den Kopf betrübt gesenkt zu halten, weil sie nicht den Kanzler stelle. Die SPD sei die treibende Kraft der Bundesregierung und erreiche mit 25 Prozent mehr als andere mit 45.

„Wir müssen deshalb noch selbstbewusster unsere Regierungserfolge herausstellen, statt uns ständig mit tränennassen Gesichtern in die Kissen zu werfen und darüber zu klagen, dass wir gerade mal nicht im Kanzleramt sitzen“, sagte Albig. „Von uns erwarten die Menschen, dass wir eine Inhaltsdebatte führen, um dem Land bei schwerer See einen klaren Kurs zu geben. Personaldebatten interessieren nur die Medien.“

Merkel sei meist positionslos

Anders als die SPD brauche die CDU keine erkennbar klaren Positionen, sagte Albig. Kanzlerin Angela Merkel erreiche gute Umfragewerte, obwohl sie meist positionslos sei. „Bei den Flüchtlingen hat sie zum ersten Mal eine klare Position bezogen – und schon sind alle in ihrer Partei zutiefst verunsichert.“ Von Sozialdemokraten erwarteten die Menschen immer klare Positionen. „Das Schlimmste, was wir tun könnten, wäre hinter der jeweils letzten Meinungsumfrage her unsere Politik zu gestalten“, sagte Albig. „Wir müssen die Kraft haben, auf unsere Werte zu vertrauen – gerade vor Wahlen. Unser Land braucht jetzt aufrechte soziale Demokraten und keine ängstlichen Demoskopen.“

Auch Stegner stimmt zu

SPD-Chef Sigmar Gabriel hätte auch nach Ansicht von Parteivize Ralf Stegner beim Parteitag ein starkes Ergebnis verdient. „Er führt die Partei gut in einer Zeit, wo die CSU ihre eigene Kanzlerin demontiert und sich flegelhaft benimmt“, sagte Stegner der Deutschen Presse-Agentur.

Die SPD werde geschlossen und gestärkt aus dem Parteitag herauskommen. Gabriel stellt sich am Freitag in Berlin den 600 Delegierten zur Wiederwahl. Vor zwei Jahren bekam er 83,6 Prozent. Der Vizekanzler mache es seiner Partei zwar nicht immer leicht, sei aber eine starke Persönlichkeit: „Wir haben einen Vorsitzenden, an dem man sich gelegentlich reiben kann, weil er echte Überzeugungen hat und Probleme nicht aussitzt“, meinte der Parteilinke Stegner.

Der Union warf Stegner vor, in der Flüchtlingskrise zu wenig gegen Rechtsextremismus zu tun. „Da versagen die Konservativen komplett. Die SPD ist momentan die Partei, die Deutschland zusammenhält.“ Die Politik müsse höllisch aufpassen, dass sich keine Debatte nach dem Motto breitmache: „Ihr tut alles für die Flüchtlinge, aber nichts für uns.“ Das würde den Rechtspopulisten in die Hände spielen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3