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Hätte nichts gegen Kandidatur Höckes

Sayn-Wittgenstein Hätte nichts gegen Kandidatur Höckes

Schleswig-Holsteins AfD-Landesvorsitzende Sayn-Wittgenstein bezieht klar Stellung vor dem Bundesparteitag: Das Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke sollte die AfD aufheben - und auch gegen eine Kandidatur Höckes für den Bundesvorstand hat sie nichts.

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Schleswig-Holsteins AfD-Landesvorsitzende Sayn-Wittgenstein bezieht klar Stellung vor dem Bundesparteitag: Das Parteiausschlussverfahren gegen Björn Höcke sollte die AfD aufheben.

Quelle: Georg Wendt, dpa

Kiel. Schleswig-Holsteins AfD-Landesvorsitzende Doris von Sayn-Wittgenstein hat sich für eine Aufhebung des Parteiausschlussverfahrens gegen Björn Höcke ausgesprochen. »Ich persönlich halte von Ausschlussverfahren nichts«, sagte sie anlässlich des bevorstehenden Bundesparteitags am 2./3. Dezember in Hannover. «Man muss immer im Gespräch bleiben, und ich bin sicher, das ist auch die mehrheitliche Meinung der Basis.» Und eine Kandidatur Höckes - in Hannover wird der Bundesvorstand der AfD gewählt - sei sein Recht als Parteimitglied.

Der Thüringer AfD-Landes- und Fraktionsvorsitzende Höcke hat bislang nicht offiziell erklärt, ob er kandidieren will. Er ist Gründer des rechtsnationalen «Flügels», der die AfD als «Widerstandsbewegung gegen die weitere Aushöhlung der Souveränität und der Identität Deutschlands» positionieren will. Höcke ist wegen mehrerer Äußerungen - etwa über das Holocaust-Mahnmal in Berlin als «Denkmal der Schande» oder der Forderung nach einer 180-Grad-Wende in der Erinnerungskultur - heftig kritisiert worden. Ende März beantragte der AfD-Bundesvorstand - damals noch mit der inzwischen ausgetretenen Frauke Petry als Parteichefin - den Parteiausschluss. In dem Antrag soll die AfD-Spitze Höcke mit Adolf Hitler verglichen haben

«Jedes Parteimitglied hat das Recht sich für Parteiämter zu bewerben. Die Parteibasis soll entscheiden, wen sie ins Rennen schicken möchte», sagte Sayn-Wittgenstein.

Eine Höcke-Kandidatur für den Bundesvorstand wäre nach Ansicht Sayn-Wittgensteins überhaupt keine Zerreißprobe für die Partei. «Ich finde in einer Partei muss Platz für viele Strömungen sein. Er wird gewählt oder eben nicht. Es ist die Entscheidung der gewählten Delegierten.» Dagegen hatte der Berliner AfD-Landesvorsitzenden Georg Pazderski, kürzlich vor einer Kandidatur Höckes gewarnt: «Ich halte Herrn Höcke für so intelligent, dass er wahrscheinlich der AfD diese Zerreißprobe nicht zumutet.»

Eine politische Kursbestimmung durch den Bundesparteitag hält Sayn-Wittgenstein nicht für notwendig und auch nicht für sinnvoll. «Wir haben ein Programm, welches den Kurs der AfD bestimmt – mehr braucht es nicht.» Die schleswig-holsteinische AfD hat sich in der Vergangenheit aus parteipolitischen Debatten weitgehend herausgehalten.

Auf die Frage, ob sie bei einem Rechtsruck eine Hinwendung vieler AfD-Mitglieder zu den «Den Blauen», der neuen Partei von Ex-AfD-Chefin Petry, befürchte, antwortete Sayn-Wittgenstein: «Wir sind eine Demokratie. Wenn die Leute sagen "ich fühle mich in der Partei nicht mehr aufgehoben", dann ist es ihnen auch überlassen, zu Frau Petry zu gehen.»

Aus Schleswig-Holstein können 21 Delegierte an dem AfD-Bundesparteitag teilnehmen. Sayn-Wittgenstein ist nach eigenen Angaben keine Delegierte, sie wird aber zum Parteitag fahren.

Von dpa

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