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Kritik an Sprache

Flüchtlingsdebatte Kritik an Sprache

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat einen zynischen Sprachgebrauch in der Flüchtlingsdebatte kritisiert. „Dauernd wird von einer Flut gesprochen, einer Gefahr, die auf uns zurollt und gegen die wir Dämme bauen müssen“, sagte Albig dem „Cicero“.

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Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat gegenüber dem Magazin "Cicero" einen zynischen Sprachgebrauch in der Flüchtlingsdebatte kritisiert.

Quelle: Carsten Rehder/ dpa/ Archiv

Kiel. „Und wir verlieren dabei — zum Teil vorsätzlich — aus dem Blick, dass die Menschen in den Ländern, aus denen sie fliehen, Gefahr laufen, im Elend zu verrecken.“ Das Bild vom angeblich so vollen Boot Deutschland sei zynisch und grausam.

Albig kritisierte den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier (CDU). Er hatte Anfang Mai gesagt, die Preise von Schleppern explodierten, wenn die Chancen der Flüchtlinge stiegen. „Das ist zynisch“, sagte Albig. „Natürlich gibt es diese Logik. Aber zu Ende gedacht, hieße das doch: Man müsste nur dafür sorgen, dass die Boote untergehen, die Menschen ersaufen und das wäre dann ein erfolgreicher Schlag gegen das internationale Schlepperwesen!“ Albig äußerte auch Unverständnis, wenn Behörden nach Anschlägen auf Flüchtlingswohnungen davon sprechen, es sei unklar, ob ein ausländerfeindlicher Hintergrund vorliege. „Ein Satz, bei dem ich innerlich koche, der mich wütend macht“, sagte Albig. „Ja, was für ein Hintergrund denn wohl sonst?“

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