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Staatspräsident Ilves in Kiel

Schleswig-Holstein Staatspräsident Ilves in Kiel

Schleswig-Holstein und Estland setzen auf eine engere Kooperation: Beim Staatsbesuch des estnischen Präsidenten Ilves äußert Ministerpräsident Albig seine Bewunderung für die Entwicklung des baltischen Landes.

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Der estnische Staatspräsident Toomas Hendrik Ilves (Foto) ist am Mittwoch zu Gast in Kiel und trifft sich mit Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

Quelle: Carsten Rehder/ dpa

Kiel. Schleswig-Holstein und Estland wollen ihre Zusammenarbeit insbesondere im Wissenschafts- und Hochschulbereich weiter ausbauen. Im Rahmen seines viertägigen Deutschlandbesuchs auf Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck besuchte der estnische Präsident Toomas Hendrik Ilves am Mittwoch Kiel.

Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) würdigte die Entwicklung des baltischen Landes: „In Schleswig-Holstein sehen wir mit Bewunderung, wie Estland sich in einem atemberaubenden Tempo zu einem wirtschaftlich prosperierenden Land entwickelt hat.“ Innerhalb der EU sei Estland in vielen Bereichen Vorreiter, vor allem bei der Entwicklung der digitalen Gesellschaft.

„Wir können von Estland lernen“, sagte Albig mit Blick auf die Informations- und Kommunikationstechnologie — zugunsten der Bürger. Anderseits könne Estland von einer Zusammenarbeit mit Hochschulen und Forschungseinrichtungen in Schleswig-Holstein profitieren, sagte Albig. In Estland konnten die Bürger bei Wahlen bereits online abstimmen, die Verwaltung kommt praktisch ohne Papier aus („E-Government“).

Ilves besuchte mit seiner Delegation zunächst das Zentrum für Molekulare Biowissenschaften der Christian-Albrechts-Universität (CAU). Die CAU, die in diesem Jahr ihr 350jähriges Bestehen feiert, unterhält mit der bereits 1632 gegründeten estnischen Universität in Tartu seit der politischen Wende in Osteuropa 1989 eine Partnerschaft. Die estnische Delegation interessierte sich insbesondere für einen Austausch auf dem Gebiet der Natur- und Lebenswissenschaften — ein Spitzenbereich der CAU.

Ilves betonte: „Die natur- und lebenswissenschaftliche Forschung wird im Wettkampf der Wissenschaftsstandorte in Zukunft eine immer wichtigere Rolle spielen, das gilt auch für unsere estnischen Hochschulen. Wir sind daher froh, in der Universität Kiel einen starken Partner an unserer Seite zu haben und wollen die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet intensivieren.“

Begleitet von einer Polizei-Motorrad-Eskorte fuhr die Wagenkolonne des Staatspräsidenten zum Haus B der Landesregierung, wo Albig den Staatsgast auf dem roten Teppich empfing. Ilves trug sich — wie bereits in der Universität — auch ins Gästebuch der Landesregierung ein. Als Gastgeschenk überreichte Ilves eine Grafik eines estnischen Künstlers. Albig wiederum schenkte eine Grafik des Schauspielers und Künstlers Armin Mueller-Stahl mit dem Titel „Glückwunsch“ — wie bereits vor einer Woche dem israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin bei dessen Besuch.

Nach dem Mittagessen im Kieler Yachtclub stand als letzter Punkt ein Besuch im Geomar Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung auf dem Programm.

Am Montag hatte Gauck den estnischen Präsidenten in Berlin empfangen. Letzte Station des viertägigen Staatsbesuchs wird am Donnerstag Hamburg sein.

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