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Ex-Minister Breitner im neuen Job

Wohnungswirtschaft Ex-Minister Breitner im neuen Job

Führungswechsel über den Dächern von Hamburg: Joachim Wege ist nach 20 Jahren als Direktor des Verbandes norddeutscher Wohnungsunternehmen (VNW) auf dem Panoramadeck des Emporio-Hochhauses vor 300 geladenen Gästen in den Ruhestand verabschiedet worden. Nachfolger ist Andreas Breitner, ehemaliger Innenminister in Schleswig-Holstein.

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Der Langjährige, der Neue und zwei Gratulanten: Joachim Wege (li.) wurde als VNW-Direktor verabschiedet, ihm folgt Andreas Breitner (Mitte). Es gratulierten Ministerpräsident Torsten Albig (rechts) und Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (2.v.l.).

Quelle: Lucas Wahl

Hamburg/Kiel. Ende September vergangenen Jahres hatte der SPD-Politiker überraschend sein Amt niedergelegt. Überraschend vor allem für Ministerpräsident Torsten Albig: Binnen weniger Wochen war dem Regierungschef gleich das zweite Kabinettsmitglied stiften gegangen. „Es war ein schlechter Moment“, sagt Albig heute, knapp neun Monate später. Aber: „Ich war nie sauer, dafür sind wir schon viel zu lange befreundet, und unsere Freundschaft ist stärker als der Ärger in dem Moment, als ich von seinem Rücktrittsgesuchen erfahren habe.“ Breitner hatte seinen Rückzug vom Ministerposten stets mit privaten Gründen gerechtfertigt. Dennoch löste die Personalie eine Diskussion über Karenzzeiten für Politiker beim Wechsel in die Wirtschaft aus. Und so wünschte Albig seinem Ex-Minister nicht nur ein „Sack voll Kraft“ für die neue Aufgabe, sondern fügte auch den süffisanten Rat hinzu, dass die Bedeutung eines neuen Jobs nicht allein vom Kontostand abhängig sei.

 Dies war eine kleine Spitze im Rahmen eines Festaktes, bei dem primär allerdings die Würdigung von Breitners Vorgänger als VNW-Chef im Mittelpunkt stand. An seinem 66. Geburtstag und nach rund 20 Jahren an der Spitze des Verbandes trat Joachim Wege ab. Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) hob Weges Leistungen für die Hansestadt hervor. Er sei maßgeblicher Initiator des 2011 ins Leben gerufenen „Bündnis für das Wohnen“ zwischen Wirtschaft und Stadt gesetzt. Ein Modell, das bundesweit Maßstäbe gesetzt habe und mittlerweile von der Bundesregierung kopiert werde. Albig betonte, dass das Thema Wohnraumentwicklung für Schleswig-Holstein ebenso wichtig sei wie für Hamburg, im besonderen Maße in der Metropolregion. „In 20 Jahren leben die Menschen nur noch in ihrer Region – das Bundesland wird ihnen egal sein“, orakelte Schleswig-Holsteins Regierungschef. Zugleich forderte er, einen Fokus auf bezahlbaren Wohnraum zu legen. „Ein Polizist muss es sich leisten können, auch in Norderstedt oder auf Sylt leben zu können“, appellierte Albig und wünschte sich, dass Wege auch künftig ein „Impulsgeber“ für die Branche bleiben möge.

 Als wäre es mit seinem alten Chef abgesprochen gewesen, fixierte Breitner bereits den ersten Schwerpunkt seiner neuen Rolle: Die Nachfrage nach Wohnungen sei in allen drei Mitgliedsländern groß. Breitner: „Wir müssen dabei besonders an die denken, die nicht so viel Geld haben.“

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