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Grundschulen: Zurück zur Schreibschrift

Schleswig-Holstein Grundschulen: Zurück zur Schreibschrift

Schlechte Motorik, miese Klaue: Schleswig-Holsteins Schüler haben zunehmend Probleme mit dem Erlernen der Schreibschrift, sagt die neue Bildungsministerin Prien. Darauf will die CDU-Politikerin reagieren.

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CDU-Politikerin Karin Prien will auf Probleme von Schülern reagieren, die Schwierigkeiten mit dem Erlernen der Schreibschrift haben.

Quelle: Jan Woitas/dpa

Kiel. Die Schreibschrift bleibt auch in Zeiten von SMS, Chatprogrammen und Videobotschaften wichtig. Die schleswig-holsteinische Landesregierung wolle deshalb die gebundene Schreibschrift an den Grundschulen schnell wieder einführen, sagte die neue Bildungsministerin Karin Prien (CDU). „Denn die Kinder haben zunehmend Schwierigkeiten, die Schreibschrift zu erlernen.“ Immer mehr Kinder kämen mit unzureichenden motorischen Fähigkeiten in die Schule.

„Die neue Landesregierung will deshalb den Fokus auf die Grundschulen richten“, sagte Prien. Im Koalitionsvertrag heißt es dazu: „Grundschülerinnen und -schüler werden zukünftig wieder verpflichtend eine verbundene Schreibschrift erlernen. Richtig zu schreiben, werden wir an den Grundschulen wieder von Anfang an vermitteln.“ Nach Ministeriumsangaben gibt es aber keine Überlegungen, dafür auch eine Note zu vergeben.

Starttermin noch unklar

Sie werde sich die Lehrpläne für die Grundschulen noch einmal ansehen, sagte Prien. „Denn jeder Schüler sollte die Chance erhalten, die Schreibschrift zu lernen.“ Ab wann genau die Schreibschrift an den Schulen wieder verpflichtend wird, sei aber noch unklar. „Denn wir wollen das mit Sorgfalt angehen.“ Mehr Lehrerstellen brauche das Land dafür nicht, nur überarbeitete Lehrpläne.

Schleswig-Holsteins Philologenverband begrüßt die Pläne. „Eine gute Schreibschrift ist eine Voraussetzung auch für intellektuelles Lernen in allen Bereichen“, sagte der Landesvorsitzende Helmut Siegmon.

Lehrer stellten auch an den weiterführenden Schulen fest, dass viele Kinder zunehmend Defizite in der Feinmotorik hätten. „Einige Kinder können gar nicht flüssig schreiben, womit auch oft Einschränkungen in der Gedankenführung verbunden sind.“ Nicht zuletzt auch für die Mathematik sei ein gutes Schriftbild förderlich.

Gewerkschaft: Das darf nicht mal eben so drauf passieren

Zurückhaltender äußerte sich die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft. „Insgesamt ist zweifelhaft, ob eine Schreibschrift, insbesondere für alle Kinder, sinnvoll und umsetzbar ist“, sagte deren stellvertretende Landesvorsitzende Birgit Mills.

„Da die Zeit im Grundschulunterricht für alle Lerninhalte bereits jetzt knapp ist, muss unseres Erachtens dafür dann Unterrichtszeit her, das bedeutet dann auch mehr Lehrkräftestellen.“ Die Gewerkschaft werde sich geplante Erlasse, Lehrplanänderungen ansehen. „Klar ist, dass das nicht mal eben so oben drauf passieren kann.“

Von dpa

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