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Hilfe für Schüler mit Behinderung verschleppt

Kompetenzgerangel Hilfe für Schüler mit Behinderung verschleppt

Die Einführung der Schulassistenten im Land verzögert sich. Bislang hat keine einzige Hilfskraft in Landesträgerschaft den Dienst aufgenommen. Das bestätigte das Bildungsministerium auf Nachfrage.

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Schulministerin Britta Ernst (SPD) will, dass Schulassistenten und -begleiter zusammenfinden.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Ursprünglich sollten die vom Land finanzierten Hilfskräfte zum 1. August anfangen. Ein Streit über die Trägerschaft für die Hilfskräfte hatte das Vorhaben jedoch um Monate verzögert. Wie viele der 314 Stellen zum Unterrichtsbeginn des neuen Schuljahres am 31. August besetzt werden können, ist unklar. Im Ministerium hat man keinen Überblick über die Entwicklung bei den Verbänden und Kommunen als Träger.

 „Wir befinden uns noch in der Bewerbungsphase“, sagt Bildungsstaatssekretär Dirk Loßack. Die Resonanz sei mit rund 800 Bewerbern hervorragend: „Ende Oktober werden alle Stellen in Landesträgerschaft besetzt sein.“

 Auch in Kiel gibt es nach Angaben einer Stadtsprecherin bislang noch keine Schulassistenten. Die Bewerbungsfrist sei gerade erst abgelaufen. Bildungsdezernentin Renate Treutel geht davon aus, dass zumindest einige der rund 20 eingeplanten Hilfskräfte Anfang September zur Verfügung stehen. Die Stadt habe das Bewerbungsverfahren nicht früher starten können, weil die Entscheidung über die Trägerschaft erst am 19. Juni gefallen sei.

 „Die Verzögerung kommt wenig überraschend“, sagt die FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn. Das Aufgabenfeld der schulischen Assistenz und die daraus resultierende Qualifikation seien viel zu nebulös beschrieben. Zudem sei erkennbar gewesen, dass Kreise und kreisfreie Städte zu Recht auf die Zuständigkeit des Landes für die Stellen verweisen.

 Loßack spricht dagegen von einem hervorragenden Start: „Mit der Entlastung der Lehrkräfte durch Schulassistenten ist eine weitere wichtige Marke auf dem Weg zur inklusiven Schule erreicht.“ Immer mehr multiprofessionelle Teams verbesserten die individuelle Förderung.

 Unklar ist, ob in einzelnen Kreisen die vorhandenen Schulbegleiter auf Kosten der Schulassistenten eingespart werden. Zahlreiche Eltern von Kindern mit Behinderung hatten solche Befürchtungen geäußert, weil die Bescheide für Schulbegleiter ausblieben. „Das Land stellt erhebliche Mittel für die Übergangszeit bereit“, sagt Sozialstaatssekretärin Anette Langner. „Ich erwarte, dass die Kreise zügig im Sinne der Familien Schulbegleitung bescheiden.“ Erneute Verzögerungen seien nicht nachvollziehbar.

 Nach Vorstellung von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) sollen Schulbegleiter und -assistenten einander künftig bei Aufgaben der Inklusion unterstützen.

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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Kommentar

So musste es ja kommen: Seit gut einem Jahr wird über Sinn und Unsinn der noch von Bildungsministerin Waltraud Wende initiierten Schulassistenten gestritten. Und zu dem Zeitpunkt, an dem sie endlich den Dienst aufnehmen sollten, sind sie gar nicht da.

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