21 ° / 9 ° wolkig

Navigation:
Jung-Polizisten sollen mehr Geld erhalten

Schleswig-Holstein Jung-Polizisten sollen mehr Geld erhalten

Die Landesregierung will noch vor der Landtagswahl 2017 mehrere Hundert Polizeibeamte befördern. Das kündigte Innenminister Stefan Studt (SPD) im Interview mit KN-online an. Demnach soll das Einstiegsgehalt für Beamte des mittleren Dienstes von A7 auf A8 steigen.

Voriger Artikel
Ermittlungen nach Tod des ungeborenen Babys einer Migrantin
Nächster Artikel
Kliniken und Mitarbeiter: Protest gegen Krankenhausreform

Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt Interview

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. Minister Stefan Studt versprach in dem Interview zudem, mehr Polizeianwärter einzustellen als geplant und sein zerrüttetes Verhältnis zur Polizeigewerkschaft GdP in Ordnung zu bringen. „Ich mache einen Neuanfang.“

 Die Beförderungsaktion wird derzeit im Innenministerium vorbereitet. „Eine Umsetzung wäre dann vielleicht schon zum Januar 2016 oder aber realistischer zum Januar 2017 möglich“, sagte Studt. Nutznießer wären rund 600 Polizeimeister. Ihre Vergütung stiege um mehr als 100 auf gut 2200 Euro brutto. Schleswig-Holstein würde damit nach Einschätzung der GdP den Gehaltsabstand zu anderen norddeutschen Ländern verringern. Dort erhalten Jung-Polizisten meist A8.

 Den Zeitpunkt der Massenbeförderung dürfte der Koalitionsausschuss am 7. Juli festlegen. Grund: Allein die Hilfsaktion für die Polizei dürfte die Landeskasse mit jährlich gut 700.000 Euro belasten. Auf der Tagesordnung des Ausschusses stehen weitere Maßnahmen, darunter der Einstieg in die Kostenlos-Kita und ein Millionen-Nachschlag für die Hochschulen. Aus Sicht der Opposition handelt es sich insbesondere bei der Kostenlos-Kita um ein „Wahlgeschenk“.

 Stefan Studt erinnerte an weitere Maßnahmen für die Polizei. Demnach hat die Regierung bereits zu Jahresbeginn intern beschlossen, mehr Polizeianwärter einzustellen als geplant. In diesem Sommer will das Land 35 Anwärter zusätzlich anheuern, im Folgesommer sogar 45 mehr als ursprünglich vereinbart. Studt geht deshalb davon aus, dass der Personalbestand der Landespolizei trotz Abbaukurs nicht sinkt. „Wir werden 2019 nicht weniger Personal bei der Landespolizei haben als 2010.“ Vor fünf Jahren war beschlossen worden, bis 2020 mehr als 5000 Stellen im Landesdienst zu streichen. Betroffen sind insbesondere die Schulen.

 Im harten Konflikt mit der GdP räumte der Minister Fehler ein. „Ich werde meine Kommunikation nach innen und außen verbessern und offensiver ausgestalten.“ Zudem will er die Polizei „bei Entscheidungsprozessen im Ministerium künftig stärker mitnehmen“. Den Anfang machte Studt am Montag, als er drei Stunden mit der Spitze der einflussreichen Polizeigewerkschaft sprach. Der Minister machte kein Hehl daraus, dass die harte und teils persönliche Kritik („Mangel an Empathie“) nicht an ihm abperle. „Ich habe mit meiner Familie und mit Freunden gesprochen, auch darüber, wie man abends zu einer Veranstaltung geht in dem Wissen, dass einige Leute denken, da käme der unfähigste Innenminister aller Zeiten.“

 Studt betonte, dass er zu keinem Zeitpunkt an Rücktritt gedacht habe. Er geht zudem „ganz sicher“ davon aus, dass er nach der Landtagswahl nicht ausgewechselt wird.

 Von Ulf B. Christen und Bastian Modrow

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
ANZEIGE
Mehr zum Artikel
KN-Interview
Foto: Schleswig-Holsteins Innenminister Stefan Studt Interview

Innenminister Stefan Studt (SPD) steht wegen des Stellenabbaus bei der Polizei öffentlich massiv in der Kritik. Im Interview mit Ulf B. Christen und Bastian Modrow räumt er selbst Fehler ein.

  • Kommentare
Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3