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Polizeichef beklagt hohe Arbeitsbelastung

Schleswig-Holstein Polizeichef beklagt hohe Arbeitsbelastung

Als erster Polizeichef in Schleswig-Holstein beklagt der Kieler Thomas Bauchrowitz die seit Jahren wachsende Arbeitsbelastung seiner Dienststellen in der Landeshauptstadt und in Plön.

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Als erster Polizeichef in Schleswig-Holstein beklagt der Kieler Thomas Bauchrowitz die seit Jahren wachsende Arbeitsbelastung seiner Dienststellen in der Landeshauptstadt und in Plön.

Quelle: Uwe Jacobsen

Kiel. Die Stunden für Einsätze wie Demonstrationen oder der Schutz von Staatsgästen seien bis Ende Mai schon so hoch wie im gesamten Jahr 2014. Bauchrowitz sieht zwar die Sicherheit der Bevölkerung nicht gefährdet, aber jede Menge Verfahren blieben dafür lange Zeit liegen.

Neu befeuert wird die alte Debatte um die Arbeitsbelastung jetzt, nachdem fünf Revierleiter und die Kripochefs dem Behördenleiter ihre Personalsorgen geschildert hatten. „Das Tischtuch ist für alle zu kurz. Die Stimmung in den Dienststellen ist angespannt“, sagte Bauchrowitz. Er sieht die Situation mit Sorge: Insgesamt werde von allen Beteiligten eine Arbeitsverdichtung wahrgenommen, für die nach Einschätzung der Kollegen eine erforderliche Personalverstärkung nicht in Aussicht stehe. Das habe er Innenminister Stefan Studt (SPD) bei einem Besuch der Polizeidirektion Kiel deutlich gemacht. Der oberste Dienstherr hält trotzdem an dem Personalabbau fest.

 Bis Ende Mai haben Kieler Polizisten 33000 Stunden in Sondereinsätzen geleistet. Dazu gehörten die Sicherung von Fußballspielen, der G7-Gipfel in Lübeck und der Besuch des israelischen Staatspräsidenten Reuven Rivlin. Die Stunden zum Schutz der sieben Staatschefs auf Schloss Elmau in Bayern und während der Kieler Woche kommen noch obendrauf. „Insbesondere die ständig wechselnden Dienste und Sonderbelastungen führen zu vermehrten Schwierigkeiten in der täglichen Dienstgestaltung“, sagte Bauchrowitz und erklärte: Die jüngeren Kollegen würden zu den größeren Einsätzen geschickt und hinterließen im Schichtdienst Lücken. Diese wiederum füllten ältere Kollegen auf und besetzten für die tägliche Grundversorgung die Streifenwagen. Dadurch blieben Vorgänge auf den Schreibtischen länger liegen.

 Viele Polizisten würden sich als Verschiebemasse sehen und über hohe Belastungen in ihrem Arbeitsalltag klagen. „Besonders Familien mit Kindern können kaum planen – gerade während des Kita-Streiks“, sagte Bauchrowitz. Auch die Führungskräfte seien immens belastet. So waren für die Vorbereitungen der Staatsvisite des israelischen Präsidenten bis zu 30 Beamte über einen Zeitraum von drei Wochen täglich gefordert. Und sobald der Spielplan für Holstein Kiel bekannt gegeben werde, würden wieder die Vorbereitungen für Risikospiele beginnen. „Die Polizei muss wie keine andere Behörde immer und sofort bereitstehen“, so der Polizeichef: Das gehe zu Lasten der Gesundheit.

 Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) schlägt in die gleiche Kerbe: „Wir brauchen mehr Personal. Der Innenminister muss verhindern, dass die 122 Stellen gestrichen werden und die Unterdeckung von 160 Stellen dringend besetzen“, sagte Geschäftsführer Karl-Hermann Rehr.

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Günter Schellhase
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