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Spendenportal kostet mehr, als es einwirbt

Schleswig-Holstein Spendenportal kostet mehr, als es einwirbt

Ist das von der Landesregierung eingerichtete Spendenportal „wir-bewegen.sh“ ein teuerer Flop? Das Crowdfunding-Plattform kostete das Land bislang 265 000 Euro, wie aus eine Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage von Piraten-Fraktionschef Patrick Breyer hervorgeht.

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Den Kosten gegenüber stehen allerdings nur Spendenzusagen in Höhe von 114 883 Euro.

Quelle: dpa

Kiel. Den Kosten gegenüber stehen allerdings nur Spendenzusagen in Höhe von 114 883 Euro.

Für ehrenamtliches Engagement stünde mehr als doppelt so viel Geld zur Verfügung, würde man die Portalkosten stattdessen direkt auszahlen, sagte Breyer. „Das Portal ist eine Investitionsruine und ein Fall für die Schwarze Liste des Steuerzahlerbundes.“ Der Regierung warf er vor, Erfolgsmeldungen des Portals „für Eigen-PR der grünen Finanzministerin und Spitzenkandidatin Monika Heinold“ zu nutzen. Breyer forderte die Landesregierung auf, das Projekt zu beenden und die dafür vorgesehenen Mittel direkt an förderwürdige Projekte auszuzahlen.

Die Landesregierung bewertet das Portal dagegen als Erfolgsgeschichte: „Das Spendenaufkommen entwickelt sich seit dem Start der Spendenplattform im März 2015 kontinuierlich positiv“, heißt es in der Antwort. 72 soziale Projekte seien bislang realisiert worden.

„Die These, das Land könnte das Geld doch gleich an die Projekte ausschütten, ist Unsinn, weil sie völlig außer Acht lässt, dass wir Personal für Verwaltung, Richtlinien und Controlling bräuchten“, sagte Heinold auf Breyers Forderung. „Das alles wäre vermutlich nicht nur teurer, sondern bürokratischer und im Grunde auch nicht praktikabel.“ Das Gute an der Spendenplattform sei gerade, dass sich engagierte Menschen vor Ort schnell und einfach für den von ihnen gewählten guten Zweck einsetzen könnten. Die Investitionsbank helfe bei der Organisation. „Aber diese Form von Bürgerservice scheint den Piraten schnuppe zu sein“, meinte Heinold. „Ich empfehle Herrn Breyer, sich vor Ort schlau zu machen, bevor er schlaue Sprüche klopft.“

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