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Mit Strategie dem Artenschwund begegnen

Schleswig-Holstein Mit Strategie dem Artenschwund begegnen

Der Artenschwund beschleunigt sich auch im Norden dramatisch, warnt Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Insellösungen reichten nicht mehr aus. Das Land will mit einer Landestrategie gegensteuern.

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„Die Zahl der Arten wird immer geringer. So kann es nicht weitergehen“, sagte Robert Habeck.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Kiel. Schleswig-Holstein will mit einer eigenen Landesstrategie dem drastischen Artenschwund entgegenwirken. Dazu hat der Landtag die Landesregierung von CDU, Grünen und FDP aufgefordert. „In der Tat hat sich der Artenschwund dramatisch beschleunigt“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne) am Freitag im Plenum. In den Agrarlandschaften der EU sei die Zahl der Brutpaare zwischen 1980 und 2010 um 300 Millionen gesunken, die „Insektenbiomasse“ sei bei manchen Arten um bis zu 90 Prozent zurückgegangen.

Bereits seit 2007 gibt es eine vom Bundestag beschlossene „Nationale Strategie für biologische Vielfalt“. Schleswig-Holstein will nun dem Vorbild von 14 anderen Bundesländern folgen und eigenständige Pläne entwickeln.

Immer weniger Arten in Schleswig-Holstein

„Die Zahl der Arten wird immer geringer. So kann es nicht weitergehen“, sagte Habeck. Allzu oft stünden die Menschen im Zielkonflikt mit der Natur. „Als Robert erleide ich den, als Minister versuche ich den aufzulösen.“ Nicht nur die schnelle Ankunftszeit zum Dienstbeginn steigere die Lebensqualität, sondern auch ein ausgedehnter Spaziergang durch die Natur.

Die Gründe für das Artensterben seien lange bekannt, sagte Habeck. Die schwarz-gelbe Landesregierung habe bereits 2010 die landwirtschaftliche Bodennutzung, namentlich den Pestizideinsatz, den Verlust von Lebensräumen durch Siedlungsbau, die Austrocknung der Moore und die Entwässerung als Hauptursachen benannt.

Globale Herausforderung

Nötig sei eine Gesamtstrategie, sagte Habeck. Ziel sei dabei nicht, „Schleswig-Holstein leerzuräumen und zu verlassen“. Aber: „Es wird nicht genügen, indem wir in einem Meer von zivilisatorischer Nutzung nur ein paar Inseln schaffen, in denen wir uns anders benehmen.“

Blickpunkt Agrarsektor: Nach Ansicht der SPD-Umweltpolitikerin Sandra Redmann ist die Landwirtschaft ein wesentlicher Grund für das Aussterben von Arten. „Wir haben 80 Prozent Artensterben auf unseren Äckern.“ Deshalb ginge Naturschutz nicht ohne sie. Darin war sie sich mit dem CDU-Agrarexperten Heiner Rickers einig: Eine Strategie zum Erhalt der biologischen Vielfalt funktioniere „nur mit den Landwirtschafts-Betreibern und nicht gegen sie“.

Für die Grünen-Umweltpolitikerin Marlies Fritzen ist der Artenschwund eine globale Herausforderung, nicht weniger dramatisch als der Klimawandel und menschengemacht. „Die Fakten sind nicht zu leugnen.“

Von dpa

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