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Schleswiger Politiker fordern Brücke von Alsen nach Fünen

Neues Projekt Schleswiger Politiker fordern Brücke von Alsen nach Fünen

Das Mammutprojekt Fehmarnbelt-Tunnel steht vor dem Durchbruch. Doch ein dänischer Verein wirbt dies- und jenseits der Grenze bereits für eine weitere Verbindung — die günstiger sein soll. Sie müssen aber noch einige Überzeugungsarbeit leisten.

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 Der Fähr-Anleger im dänischen Fynshav bei Sonderborg. Ein dänischer Verein fordert den Bau einer Brücke zwischen Als und Fünen - eine Ergänzung oder Konkurrenz zur geplanten Fehmarn-Querung?

Quelle: Carsten Rehder

Sonderburg. Zahlreiche Lokalpolitiker in Nord- und Südschleswig wünschen sich eine weitere Querung des Kleinen Belts zwischen Alsen und Fünen. „Lasst Fehmarn fallen — und baut die Alsen-Fünen-Brücke“, forderte Ende Februar gar John Lohff, konservatives Ratsmitglied der Region Süddänemark in der Zeitung „Jyllands Posten“.

Auch Glenn Dierking Ratsmitglied für den SSW in Flensburg, ist nicht gut auf den mehr als sieben Milliarden Euro teuren Fehmarn-Tunnel zu sprechen, dessen Weiterbau eine breite Folketings-Mehrheit erst am Freitag bekräftigt hatte. „Alles was nördlich von Kiel ist, wird damit abgehängt“, fürchtet Dierking, „wenn der Verkehr erst einmal umgeleitet ist“.

Kosten: zwei bis drei Milliarden

Der 61-Jährige kämpft als Vorstand im dänischen Verein „Alsen-Fünen-Brücke“ zusammen mit rund 800 weiteren Mitgliedern für die Brücke nordöstlich von Flensburg, die nach einer ersten Schätzung umgerechnet zwei bis drei Milliarden Euro kosten würde.

Wenn die Brücke nach Fünen komme, werde „das richtig reinhauen“, ist Dierking überzeugt. Im Frühjahr will er nun bei der Flensburger Stadtverwaltung sowie bei der Industrie- und Handelskammer für das Projekt werben, mit dem Nord- und Südschleswig besser an Kopenhagen oder Odense angebunden werden sollen. „Auch nach Flensburg könnten Tausende Leute ziehen“, sagte er.

Lohff ergänzte in dem Zeitungsbeitrag: „Eine feste Verbindung zwischen Alsen und Fünen würde nicht einmal ein Viertel des Fehmarn-Projektes kosten“ — und wäre zwischen Hamburg und Kopenhagen gerade mal 61 Kilometer länger als die Route über den Fehmarn-Belt. Bislang fährt eine Fähre zwischen den beiden dänischen Inseln.

Ist die Brücke also ein Plan B oder eine Ergänzung für die anstehende umstrittene Fehmarn-Belt-Querung? Dänemarks rechtsliberaler Verkehrsminister Hans Christian Schmidt sagte auf Anfrage: „Ich will ehrlicherweise sagen, dass die Verbindung nicht gerade ansteht, da es ein ziemlich teures Projekt ist, und da es nicht danach aussieht, dass das Verkehrsaufkommen groß genug ist, um solch eine große Investition zu begründen.“

Keine Alternative zum Fehmarn-Tunnel

Schmidts schleswig-holsteinischer Amtskollege Reinhard Meyer (SPD) teilte mit, das Projekt sei „in keiner Weise eine Alternative zur geplanten Beltquerung“. Das gelte besonders mit Blick auf das fortgeschrittene Planungsstadium des Fehmarn-Tunnels. Auch in der deutsch-dänischen Verkehrskommission habe es noch nie eine Rolle gespielt.

Der Verein hält an unterdessen an seiner Idee fest — und will die Planungen bis 2020 abgeschlossen haben. Dabei erhält er prominente Unterstützung: Etwa vom früheren Danfoss-Chef Jørgen Mads Clausen, der sich von der Brücke mehr Fachkräfte für seinen Konzern in Nordborg auf Alsen verspricht. Bereits 2011 hatte er in „Jydske Vestkysten“ angekündigt, das Geld für die Brücke zur Not zusammenzukratzen. Voruntersuchungen seien von einer Konzernstiftung bereits mitfinanziert worden, heißt es seitens des Vereins.

Ein rein dänisches Projekt

Als weiterer Vorteil der Als-Fünen-Brücke zählt nach Dierkings Einschätzung auch, dass sie ein rein dänisches Projekt wäre: „Ob Frösche oder Wachtelkönige — in Deutschland gibt es furchtbar viele Verhinderungsmöglichkeiten“, sagte er. Und mit Blick auf die Fehmarn-Querung sei das Planfeststellungsverfahren auf deutscher Seite längst nicht abgeschlossen. „In Dänemark wird zwar auch gestritten, aber solch eine Intensität wie in Deutschland gibt es nicht“, sagte er. Und auch Verkehrsminister Schmidt hinterlässt einen Hoffnungsschimmer: „Ich habe große Sympathie für die Vision die Region Süddänemark enger zusammenzubinden — infrastrukturell und wirtschaftlich“, sagte er.

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Foto: Gibt es noch einen Ausweg aus dem Fehmarnbelt-Tunnel? Laut einer KN/LN-Umfrage sind 51 Prozent für das Projekt, 34 Prozent dagegen.

In Schleswig-Holstein spricht sich eine Mehrheit der Bürger für den Bau des Fehmarnbelttunnels aus. Das geht aus einer Forsa-Umfrage für die KN und die LN hervor. 51 Prozent der Befragten unterstützen den Bau der Beltquerung. 34 Prozent sind dagegen. 15 Prozent mochten kein Urteil abgeben.

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