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Schleswiger Richter verhandeln über Asyl für Syrer

Migration Schleswiger Richter verhandeln über Asyl für Syrer

Vor dem Oberverwaltungsgericht Schleswig hat am Mittwoch ein Prozess um den Familiennachzug für syrische Kriegsflüchtlinge begonnen. Der Senat verhandelt über die Praxis der Asylbehörde BAMF, rund 113 000 Flüchtlingen - darunter 94 000 Syrer - nur "subsidiären Schutz" zu gewähren.

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Bundesamt für Migration und Flüchtlinge.

Quelle: Carsten Rehder/Archiv

Schleswig. Damit dürfen sie Angehörige erst Jahre später nachholen. "Ich hatte nicht damit gerechnet, dass mein Antrag abgelehnt werden wird", sagte in dem Verfahren über einen Dolmetscher die junge Syrerin, deren Fall verhandelt wird.

In erster Instanz hatte das Verwaltungsgericht Schleswig der Frau vollen Schutzstatus zuerkannt - unter anderem, da ihr allein durch die Beantragung eines Asylantrags im Westen in Syrien schon Verfolgung drohe. Dagegen legte das BAMF Berufung ein. Die 33-Jährige war, so berichtete sie es, seit einem "Massaker" im Jahr 2012 in ihrem Stadtteil von Damaskus auf der Flucht. Ihr Mann habe sich bei der Flucht als Hauptmann der Militärpolizei auf der Pritsche eines Lasters verstecken müssen. Bewaffnete hätten ihr gedroht: "Schweige, oder wir töten dich." Ihr Mann und ihre vier Kinder leben ihren Angaben zufolge derzeit in der Türkei.

Bundesweit gibt es mehr als 32 000 Verfahren zum "subsidiären Schutz" an Verwaltungsgerichten. In drei Viertel der 3490 bereits entschiedenen Verfahren urteilten die Gerichte für die Flüchtlinge. Bundesweit ist es in der aktuellen Flüchtlingsdebatte das erste Mal, dass ein Obergericht darüber verhandelt. Mit einer Entscheidung wurde noch am Mittwoch gerechnet.

dpa

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