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Meyer will modernstes Breitbandnetz

Schnelles Internet Meyer will modernstes Breitbandnetz

Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) setzt beim schnellen Internet weiter auf die Glasfasertechnik. „Wir sind mit unserer Glasfaserstrategie bundesweiter Vorreiter und schaffen damit die modernste Breitbandinfrastruktur in ganz Deutschland“, sagte Meyer am Dienstag in Kiel.

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Glasfaserkabel sollen Bürger und Unternehmen in Schleswig-Holstein bis 2030 flächendeckend mit schnellem Internet versorgen.

Quelle: Peter Kneffel/dpa (Archivbild)

Kiel. Er zeigte sich überzeugt, dass diese nicht nur den Bürgern zugutekommt, sondern auch den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein stärkt. Die Landesregierung hatte im November die Fortschreibung der 2013 eingeführten Strategie beschlossen und nach der Anhörung von Verbänden und Unternehmen nun die endgültige Version abgenickt.

Derzeit könnten rund 25 Prozent der Haushalte einen Glasfaseranschluss bekommen, hieß es. Tatsächlich nutzen demnach aber nur rund 15 Prozent der Haushalte diese Technik. Doch der Ausbau gehe voran, sagte Meyer: „Mit den derzeit laufenden Projekten können wir bis zum Jahr 2020 bei 50 Prozent Abdeckung und bis 2022 bei etwa zwei Drittel liegen.“ Bis 2030 will die Landesregierung eine flächendeckende Abdeckung erreicht haben.

Glasfaserleitungen statt Kupferkabel

Ziel ist auch eine flächendeckende WLAN-Versorgung und der schnelle Einsatz des neuen Mobilfunkstandards 5G. Die Glasfaserleitungen sollen bis in die Gebäude und Wohnungen gelegt werden. Derzeit seien auf den entscheidenden letzten Metern oft Kupferkabel gelegt, sagte Meyer.

Er verteidigte noch einmal die Entscheidung, weiter auf Glasfaser zu setzen und nicht auf das Erreichen einer bestimmten Bandbreite. Ein Infrastrukturziel sei der einzig zukunftssichere Weg. Für den Ausbau seien Investitionen in Höhe von rund 1,3 Milliarden Euro nötig, sagte Meyer. Die Landesregierung setzt beim Ausbau unter anderem auf kommunale Zweckverbände. Etwa zwei Dutzend gibt es davon bereits.

Der Minister wünschte sich die Fortsetzung des Bundesförderprogramms über das Jahr 2018 hinaus. Zudem solle es stärker den Glasfaser-Ausbau bis zum Haus fokussieren. Nach Ansicht Meyers bedarf es darüber hinaus „dringend einer langfristigen, auf ein Infrastrukturziel ausgelegten Breitbandstrategie des Bundes“. Ein Bandbreitenziel von 50 Mbit/s sei schon heute nicht mehr zeitgemäß und führe eher zu einer Fehlleitung von Investitionen.

CDU-Vorwurf: Landesregierung hat geschlafen

Die CDU wirft der Landesregierung vor, beim Breitbandausbau geschlafen zu haben und jetzt erst aufgewacht zu sein, weil Wahljahr sei. Die FDP führt das gute Abschneiden Schleswig-Holsteins bei den Breitbandanschlüssen im bundesweiten Vergleich auf das Engagement der vielen kleinen Anbieter zurück. Dies sei kein Verdienst der Landesregierung. Die Piraten finden die Strategie zum Glasfaserausbau bis in die Häuser „erfreulich und lobenswert“. Der wirtschaftspolitische Sprecher der Piratenfraktion, Uli König, bedauerte nur, dass es so lange gedauert hat. „Nun kann man nur noch die Daumen drücken, dass die Strategie auch umgesetzt wird.“

dpa

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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