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Andy Grote wird Nachfolger von Michael Neumann

Innensenator Hamburg Andy Grote wird Nachfolger von Michael Neumann

Wechsel an der Spitze der Hamburger Innenbehörde: Senator Michael Neumann geht, Nachfolger wird der bisherige Bezirksamtschef Andy Grote. Überraschend kam Neumanns Rücktritt für Scholz in keinster Weise.

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Michael Neumann (Mitte) geht, Andy Grote (links) kommt: Olaf Scholz begrüßt einen neuen Innensenator in Hamburg.

Quelle: Christian Charisius/dpa

Hamburg. Nach knapp fünf Jahren im Amt ist Hamburgs Innen- und Sportsenator Michael Neumann (SPD) zurückgetreten. „Ich bin ein Stück weit froh, dieses Amt heute abgeben zu dürfen“, sagte Neumann am Montag im Rathaus. Es sei Ehre und Bürde zugleich gewesen. Nachfolger soll der bisherige Leiter des Bezirksamts Mitte, Andy Grote, werden, wie Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) bekanntgab.

Nach dem Nein der Hamburger im Referendum zur Olympia-Bewerbung am 29. November hatte sich Neumann tief enttäuscht gezeigt. Das „Hamburger Abendblatt“ hatte bereits Mitte Dezember berichtet, der Sport- und Innensenator sei zum Rücktritt entschlossen. Neumann hatte sich massiv für die Bewerbung eingesetzt. Dann stimmten 51,6 Prozent der Wähler gegen Olympia, nur 48,4 Prozent waren dafür. Neumann hatte das Ergebnis als „unfassbar“ bezeichnet.

Scholz hatte lange Zeit zu überlegen

„Man kann darauf warten, dass man wie ein Hund vom Hof gejagt wird, und man kann selbstbestimmt Entscheidungen treffen“, sagte Neumann am Montag. „Ich bin froh, dieses Amt abgeben zu dürfen – in Dankbarkeit, aber eben auch mit dem Ziel, dann abzutreten, wenn die Flamme vielleicht nicht mehr so brennt.“

Scholz sagte, er habe Zeit gehabt, über eine Nachfolge von Neumann nachzudenken. Der Innensenator habe seinen Rücktrittswunsch schon zur letzten Bürgerschaftswahl im Februar 2015 an ihn herangetragen. „Wir haben uns dann darauf verständigt, dass das nicht geschehen sollte vor dem Referendum über die Olympiabewerbung und dass, wenn das vorbei ist, dann Anfang diesen Jahres ein Wechsel stattfinden kann.“

Grote gilt als "Hardliner"

Grote leitet das Bezirksamt Mitte seit Mai 2012. Der Stadtbezirk hat mehr als 290 000 Einwohner und ist damit fast so groß wie die ehemalige Bundeshauptstadt Bonn. Zuvor war er Referent in der Baubehörde und von 2008 bis zu seiner Wahl zum Bezirksamtsleiter Mitglied der Bürgerschaft. „Ich empfinde es als große Ehre, für dieses Amt vorgeschlagen zu sein“, sagte Grote nach seiner Nominierung als Innensenator.

Mit Neumann verliert Scholz den zweiten wichtigen Senator innerhalb von vier Monaten. Ende September war Melanie Leonhard Nachfolgerin von Sozialsenator Detlef Scheele geworden, der Mitte Oktober nach Nürnberg in den Vorstand der Bundesagentur für Arbeit wechselte.

Der 45-Jährige leitete die Hamburger Innenbehörde seit der Regierungsübernahme der SPD unter Scholz im Jahr 2011. Er galt als „Hardliner“. Unter seiner Führung ließ die Polizei das Schanzenviertel nach gewaltsamen Protesten von Linksextremisten zum Gefahrengebiet erklären. Gegen Einbrecher und Rocker bildete die Hamburger Polizei Sonderkommissionen. Auch nach den massenhaften sexuellen Übergriffen gegen junge Frauen in der Silvesternacht ließ er eine Sonder-Ermittlungsgruppe gründen. Er warnte aber vor wenigen Tagen erst, Zuwanderer unter Generalverdacht zu stellen.

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