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Zahlen steigen in Schleswig-Holstein wieder an

Straftaten in Statistik Zahlen steigen in Schleswig-Holstein wieder an

Die Kriminalität in Schleswig-Holstein ist offenbar wieder auf dem Vormarsch: Mit 101969 Straftaten hat die Landespolizei in den ersten sechs Monaten 2016 fast 6900 Fälle mehr registriert als im Vorjahreszeitraum. Die Aufklärungsquote ist leicht gestiegen.

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Die Straftatenzahlen in Schleswig-Holstein steigen wieder, die Aufklärungsquote aber auch.

Quelle: David Ebener/dpa (Archiv)

Kiel. Neuen Wirbel gibt es um die Anzahl der Wohnungseinbrüche: Noch vor sechs Wochen hatte die Führung der Landespolizei von einem rückläufigen Trend gesprochen. Die Zahlen, die das Innenministerium in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion nennt, weisen eine gegenteilige Entwicklung auf.

Landesweit zählte die Polizei demnach in den ersten sechs Monaten 5037 Wohnungseinbruchsdiebstähle. In der Halbjahresstatistik 2015 waren es im selben Zeitraum nur 4400 registrierte Einbrüche gewesen. „Es ist noch zu früh, die Kriminalitätsentwicklung für dieses Jahr abschließend zu bewerten“, sagt FDP-Fraktionschef Wolfgang Kubicki. Allerdings sei schon jetzt klar, „dass die bisherige Linie des Innenministeriums, es sei im ersten Halbjahr 2016 ein Rückgang der Einbruchskriminalität zu verzeichnen, nicht mehr zu halten sein wird.“ Schon in den ersten sechs Monaten dieses Jahres liege der Wert beinahe auf dem Niveau der ersten neun Monate 2015. Damals hatte das Ministerium 5992 Fälle vermeldet. „Innenminister Studt muss jetzt erklären, ob die bisher aus seinem Ministerium herausgegebene Position auf Unfähigkeit gründet oder ob es vielmehr eine bewusste Irreführung der Bevölkerung ist“, so Kubicki. Beides sei seiner Meinung nach „Grund genug, personelle Konsequenzen zu ziehen.“ CDU-Polizeiexperte Axel Bernstein kritisiert: „Während der Innenminister von Erfolgen spricht, steigt die Anzahl der Einbrüche weiter. Diese Landesregierung ist überfordert, die Bürger und ihr Eigentum zu schützen.“

Nach Angaben des Ministeriums ist die Aufklärungsquote bei den Einbrüchen wieder von 8,8 Prozent im Vorjahreszeitraum auf nunmehr 10,1 Prozent gestiegen. Deutlich besser als im Landesschnitt ist die Quote im Kreis Rendsburg Eckernförde mit 17,2 und in Kiel mit 16,8 Prozent. Ganz anders sieht es im Kreis Segeberg aus: Dort lag die Aufklärungsquote im ersten Halbjahr 2016 bei 5,2 Prozent, im Kreis Pinneberg sogar bei nur 4,1 Prozent. Das Ministerium betont, dass anhand der Halbjahreszahlen keine Aussagen über die tatsächliche Kriminalitätsentwicklung im ersten Halbjahr 2016 abzuleiten seien. Zum Vergleich der Halbjahreszahlen 2015 udn 2016 will sich die Polizei heute äußern. Karl-Hermann Rehr, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft der Polizei, zieht eine bittere Bilanz: „Besonders ernüchternd dürfte der Anstieg der Zahlen bei der Einbruchskriminalität für die Kollegen sein, die erhebliche dienstliche Mehrbelastungen schultern.“


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Ein Artikel von
Bastian Modrow
Lokalredaktion Kiel/SH

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