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Jungpolitiker lehnen Erhöhungen ab

Streit um Rente Jungpolitiker lehnen Erhöhungen ab

Schleswig-holsteinische Jungpolitiker wehren sich gegen Forderungen, das Rentenniveau wieder anzuheben. Während sich der Sozialverband VdK für eine Erhöhung der Bezüge stark macht, lehnen Vertreter von Junger Union und Jungen Liberalen diese Vorschläge ab.

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Tobias Loose:  „Wer sagt, wir müssen das Rentenniveau erhöhen, der macht es sich zu einfach.“

Quelle: Sven Janssen

Kiel/München. „Die Anhebung ist der falsche Weg für eine generationengerechte Rentenpolitik“, sagt Tobias Loose, Landesvorsitzender der Jungen Union. „Die Kluft zwischen Arm und Reich driftet immer stärker auseinander, besonders im Alter“, sagt dagegen Ronald Manzke, Geschäftsführer des VdK Nord. „Immer mehr Leute wenden sich an uns, die von ihrer Rente allein nicht mehr leben können.“ Altersarmut sei ein drängendes Problem.

 Die Altersbezüge in Schleswig-Holstein liegen im bundesweiten Vergleich besonders niedrig. 1098 Euro bekamen die Männer hierzulande im Schnitt im vergangenen Jahr, 32 Euro weniger als der Bundesdurchschnitt. Die Frauen erhielten mit 603 Euro sogar 50 Euro weniger. Im Atlas der Rentenversicherung belegt das Land den viertletzten Platz.

 „Die Rente muss zum Leben reichen und darf nicht den Charakter eines Almosens bekommen“, sagt Ulrike Mascher, VdK-Präsidentin auf Bundesebene. Sie hatte diese Woche gefordert, das Rentenniveau nicht weiter zu senken. Bislang ist gesetzlich festgeschrieben, dass es bis 2030 auf bis zu 43 Prozent des Durchschnittslohns fallen darf. Das derzeitige Niveau von rund 48 Prozent müsse sofort eingefroren und in einem nächsten Schritt auf 50 Prozent angehoben werden. „Das Geld dafür ist da“, glaubt Manzke. Dem Nordverband sei es besonders wichtig, dass die Abschläge bei Erwerbsminderungsrenten abgeschafft werden. Wer aus gesundheitlichen Gründen früher aufhören müsse zu arbeiten, dürfe nicht zusätzlich belastet werden.

 „Wer sagt, wir müssen das Rentenniveau erhöhen, der macht es sich zu einfach“, argumentiert Tobias Loose (CDU). Der 31-Jährige spricht sich dafür aus, das Eintrittsalter und die Lebensarbeitszeit zu erhöhen. Beides müsse an die steigende Lebenserwartung der Menschen angepasst werden. „Wir brauchen mehr Flexibilität. Wer möchte, sollte auch bis 70 arbeiten können und in die Rentenkasse einzahlen.“

 Unterstützung bekommt Loose aus den Reihen der FDP. Die VdK-Forderung sei ein „Angriff auf die jüngere Generation“, findet Kim Jöns, stellvertretender Landesvorsitzender der Jungen Liberalen (Julis). „Das Verhältnis zwischen der arbeitenden Gesellschaft und den Rentenempfängern wird sich zunehmend verschieben, so dass ein sukzessives Absenken des Rentenniveaus unabdingbar ist.“ Die Julis treten für ein kapitalgedecktes Rentensystem ein. Jeder Bürger soll ab Geburt eine Kopfpauschale einzahlen, so die Idee. Ab 69 Jahren solle dann eine Mindestrente ausgezahlt werden, die der Grundsicherung entspricht.

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