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Suchdienst wird 70 Jahre alt: DRK-Präsident Seiters erläutert Arbeit

Geschichte Suchdienst wird 70 Jahre alt: DRK-Präsident Seiters erläutert Arbeit

70 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden noch immer 1,3 Millionen Menschen aus Deutschland vermisst. Das Deutsche Rote Kreuz bemüht sich weiter um die Aufklärung dieser Fälle.

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Noch immer gehen viele Anfragen beim DRK-Suchdienst ein.

Quelle: M. Müller/Archiv

Hamburg. Jährlich gehen nach Angaben der Hilfsorganisation noch rund 14 000 Anfragen beim DRK-Suchdienst ein. Eine restlose Klärung aller Schicksale werde aber leider nicht möglich sein, weil viele Menschen in den Wirren des Krieges verschwanden, ohne dass dies irgendwo schriftlich festgehalten wurde.

Der Präsident des Deutschen Roten Kreuzes, Rudolf Seiters, will sich am Montag in Hamburg auch zur heutigen Arbeit des Suchdienstes äußern. Zu den rund 50 Millionen Flüchtlingen weltweit erreichten das Deutsche Rote Kreuz im vergangenen Jahr mehr als 1000 Suchanfragen. Dabei ging es vor allem um Menschen aus Afghanistan, Syrien und Somalia. "tagesschau"-Sprecher und DRK-Botschafter Jan Hofer wird das Pressegespräch moderieren.

Als offizielles Gründungsdatum für den Suchdienst gilt das Kriegsende am 8. Mai 1945, wie ein DRK-Sprecher erläuterte. Die Anfänge reichten allerdings bis in den April '45 zurück, als Freiwillige den im Raum Flensburg zusammenströmenden Flüchtlingen spontan bei der Suche nach Angehörigen halfen. Erst im September 1945 begann in Hamburg der Aufbau einer regulären Ermittlungsstelle. Kurz zuvor - im August '45 - war auch in München in der amerikanischen Besatzungszone eine DRK-Suchdienststelle gegründet worden.

Nach einem Aufruf der Bundesregierung vom Februar 1950 wurden innerhalb kurzer Zeit 2,5 Millionen vermisste Soldaten, Zivilisten und Kinder gemeldet. Insgesamt erreichten das DRK zwischen 1945 und 1950 etwa 14 Millionen Anfragen, zu denen 8,8 Millionen schicksalsklärende Auskünfte erteilt wurden. In München entstand eine Zentrale Namenskartei. Sie wird seit 2014 digitalisiert und enthält Informationen zu 20 Millionen Menschen.

Heute interessieren sich nach Angaben des DRK vor allem die Kinder der Kriegsgeneration, die oft ohne Vater aufwuchsen, verstärkt für die Schicksalswege ihrer Väter und ihre eigene Herkunft. Seit Anfang der 90er Jahre bekam der Suchdienst Zugang zu sowjetischen Kriegsgefangenenakten und konnte dadurch in 250 000 Fällen Auskunft zum Schicksal der Vermissten geben.

dpa

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Deutsche Presse-Agentur dpa

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