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Tarifstreit bei AKW-Wachdiensten verschärft

Atomkraft Tarifstreit bei AKW-Wachdiensten verschärft

Der Tarifstreit um das Sicherheitspersonal der Atomkraftwerken verschärft sich. Die Verhandlungen über eine Notdienstvereinbarung für den Bewachungsbereich der Kraftwerke Brokdorf und Krümmel mit der Firma Securitas seien am Montag gescheitert, teilte die Gewerkschaft Verdi mit.

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Streiks in Kraftwerken drohen nach gescheiterten Verhandlungen.

Quelle: M. Gambarini

Brokdorf/Kiel. Es sei mit Streiks zu rechnen. Ohne Notdienstvereinbarung kann laut Verdi die Sicherheit der Kraftwerke und damit der Betrieb nicht mehr sichergestellt werden. Im Streikfall müsste die Atomaufsicht einschreiten und eventuell das erst Ende Mai nach der Jahresrevision wieder angefahrene Kraftwerk Brokdorf abgeschaltet werden, erklärte Verdi-Fachbereichsleiter Dieter Altmann. Die Anlage in Krümmel bei Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) ist ohnehin seit Jahren nicht mehr am Netz und soll nach dem von der Bundesregierung beschlossenen Atomausstieg nie wieder Strom liefern.

Verdi kämpft für einen bundesweit einheitlichen Tarifvertrag für das Wachpersonal in allen 21 Kernkraftwerken. Wegen des Atomausstiegs sind künftig nicht mehr so viele Wachleute nötig. Verdi will Regelungen für Altersteilzeit und Umschulung erreichen sowie einen Ausgleich für wirtschaftliche Nachteile bei Jobverlust. Bundesweit gibt es laut Verdi 1500 AKW-Sicherheitskräfte. An den drei AKW in Schleswig-Holstein - neben Krümmel und Brokdorf auch das abgeschaltete Kraftwerk Brunsbüttel - arbeiten rund 340 Menschen im Bereich der Bewachung.

Das für die Atomaufsicht zuständige Justizministerium in Kiel betonte, dass zuallererst die Betreiber in der Pflicht stünden, für die Sicherheit und Sicherung ihrer Anlagen zu sorgen. Verantwortliche Mitarbeiter könnten die Aufgaben des Wachschutzes übernehmen. Gegebenenfalls müsse der Betreiber den Zugang zur Anlage reglementieren oder absperren. Die Atomaufsicht werde "streng darauf achten, dass dieser Pflicht vonseiten der Betreiber auch nachgekommen wird".

dpa

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