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Wolfgang Kubicki trauert um Guido Westerwelle

Tod des FDP-Politikers Wolfgang Kubicki trauert um Guido Westerwelle

Ein Politiker-Tod löst Bestürzung aus. Liberale, Sozial- und Christdemokraten trauern auch im Norden um Guido Westerwelle. Der ehemalige FDP-Chef ist an Krebs gestorben. Besonders nah stand ihm der in Strande wohnende Wolfgang Kubicki.

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Politisch nicht immer auf einer Linie, privat schon: Wolfgang Kubicki (re.) trauert um den verstorbenen Liberalen Guido Westerwelle.

Quelle: dpa

Kiel. Noch im September 2015 stößt Wolfgang Kubicki auf Mallorca mit Guido Westerwelle auf dessen „erfolgreiche Behandlung“ an. Der frühere Außenminister sei „guten Mutes“ gewesen, erinnert sich Kubicki. Nur wenige Wochen später liegt Westerwelle wieder in der Kölner Uni-Klinik, hält aber Kontakt zu seinem (Partei-)Freund aus Strande. Die Mails werden seltener. Dass es so schlimm um Westerwelle stehe, sei aber nicht zu erkennen gewesen, erzählt Kubicki. Der Tod des „herzensguten“, „unglaublich sensiblen“ und „fürsorglichen Menschen“ habe ihn kalt erwischt. „Ich bin bin unendlich traurig.“

In den Jahren 2004 und 2005 war der nun verstorbene FDP-Politiker Guido Westerwelle zu Gast bei seinem Parteikollegen Wolfgang Kubicki in Strande an der Kieler Förde.

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Kubicki, der gerade Urlaub in Südafrika macht, hat mit Westerwelle Höhen und Tiefen durchlebt und durchlitten. Der Fraktionschef war erst am Aufstieg des Ausnahmepolitikers zum FDP-Chef beteiligt, dann an dessen Sturz. Politisch sind sich der Sozialliberale aus Kiel und der Marktliberale aus NRW nicht immer grün, privat läuft es besser. Westerwelle golft mit Kubicki auf Mallorca, schaut mehrfach in Strande vorbei, um Volleyball zu spielen oder auf der „Liberty“ über die Förde zu rasen. Als Außenminister ist er einer der Promi-Gäste zu Kubickis 60. Geburtstag. „Ich verliere einen guten Freund“, sagt Kubicki. „Und wir verlieren einen großen Liberalen, der stets mit offenem Visier für seine Überzeugungen gestritten hat.“

Betroffene Reaktionen auch in SPD und CDU

Mit großer Betroffenheit haben auch weitere schleswig-holsteinische Spitzenpolitiker auf den Tod des Ex-Außenministers und früheren FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle reagiert. Westerwelle war am Freitag im Alter von 54 Jahren an den Folgen seiner Leukämie-Erkrankung in Köln gestorben.

„Der plötzliche und viel zu frühe Tod von Guido Westerwelle macht mich zutiefst betroffen. Guido Westerwelle hat sich mit seiner ganzen Kraft für die Politik und für unser Land eingesetzt. Er hat sich um Deutschland verdient gemacht, dafür danken wir ihm. Meine Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Angehörigen“, schrieb Ministerpräsident Torsten Albig (SPD).

„Guido Westerwelle hat das Bild der FDP auf Bundesebene seit Jahrzehnten stark geprägt“, sagte SPD-Bundesvize Ralf Stegner. Westerwelles Anteil an den politischen Erfolgen seiner Partei sei groß gewesen. „Noch im Dezember hatte er einen beeindruckenden und mutigen Fernsehauftritt bei dem er sich über den Umgang mit seiner Krankheit, aber auch über Wichtiges und Unwichtiges in der Politik geäußert hat“, äußerte der Landes- und Fraktionsvorsitzende der Nord-SPD. „Dass er heute mit nur 54 Jahren nach schwerer Krankheit verstorben ist, bestürzt uns sehr.“


Mit Westerwelle verliere Deutschland nicht nur einen großen Staatsmann, sondern auch einen streitbaren Parlamentarier, engagierten Liberalen und großartigen Menschen, erklärte FDP-Landeschef Heiner Garg. Er habe an Westerwelle stets dessen Mut bewundert, auch in schwierigen Situationen für seine Positionen zu kämpfen. „In den letzten Monaten seines zu kurzen Lebens, in denen er schwer vom Krebs gezeichnet war, hat er vielen Menschen durch seine optimistischen Auftritte Kraft gegeben.“

Die Bundesrepublik verliere einen geschätzten Politiker, äußerte der CDU-Landesvorsitzende Ingbert Liebing. „Guido Westerwelle hat lange gegen die schwere Krankheit gekämpft und mit seinem öffentlichen Umgang auch anderen Betroffenen Mut gemacht.“

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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