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Albig: Streitkräfte nicht überfordern

Türkei-Einsatz Albig: Streitkräfte nicht überfordern

Nach drei Jahren Einsatz in der Türkei sind die Einheiten des Flugabwehrraketengeschwaders seit Januar wieder zu Hause. Nun wurde der Einsatz im Beisein zweier Ministerpräsidenten auch offiziell abgeschlossen. Darunter war Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD).

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Von Dezember 2012 bis Ende 2015 waren Soldaten aus Husum und Todendorf/Panker in der Türkei, um Städte und Dörfer mit dem Patriot-Raketenabwehrsystem vor syrischen Luftangriffen zu schützen.

Quelle: John Macdougall/afp (Symbolfoto)

Kiel/Sanitz. Es war die Zeit des Dankes an die rund 500 Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1, die drei Jahre lang von der Türkei aus den syrischen Luftraum überwacht hatten. Doch an dem eiskalten und feuchten Donnerstagmorgen auf dem Sportplatz der Siebenbuche-Kaserne in Sanitz gab es auch ernste Töne zur künftigen Lage der Bundeswehr.

„Das Geschwader hat sich bewährt und bewiesen: das Nato-Bündnissystem ist intakt“, sagte Schleswig-Holsteins Regierungschef Torsten Albig (SPD). Er warnte jedoch davor, die Bundeswehr dauerhaft zu überfordern. Es gebe immer mehr Auslandseinsätze. Erst Anfang des Monats seien Spezialpioniere aus Husum zur UN-Mission nach Mali aufgebrochen. „Wir brauchen eine Bundeswehr, die materiell und personell auf der Höhe ist. Unser Frieden und unsere Freiheit sollten uns das wert sein. Das Leben und die Sicherheit unserer Soldaten stehen an erster Stelle“, sagte er.

Militär allein führt nicht zum Frieden

Militärische Mittel alleine führten nie zum Frieden, betonte Albig. In Nahost seien die Syrien-Geberkonferenz, die Friedensgespräche in Genf und eine mögliche Waffenruhe Hoffnungsschimmer.

Die Aufgabe der Soldaten des Flugabwehrraketengeschwaders 1 aus Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein hatte neben der Luftraumüberwachung im Schutz der Türkei vor möglichen Raketenangriffen mit dem Patriot-Abwehrsystem bestanden. Der Einsatz an der Seite von niederländischen und amerikanischen Soldaten dauerte von Dezember 2012 bis Dezember 2015. Die Türkei hatte um den Einsatz gebeten.

Lage ist laut Bartels nicht spannungsfrei

„Die Belastungen waren hoch für alle, die Dienst getan haben. Es war nicht leicht, in ständiger Alarmbereitschaft, immer wachsam und aufmerksam zu sein“, sagte Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsident Erwin Sellering (SPD). Es sei eine große und wichtige Aufgabe gewesen, mit der die Soldaten betraut waren. „Es ist ein großes Glück, dass nichts passiert ist, dass ihr Einsatz nicht zu einem Kampfeinsatz geworden ist.“

Die Flugabwehrraketen würden auch künftig gebraucht, mehr als man vor drei Jahren noch glaubte, sagte der Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Hans-Peter Bartels (SPD). Spätestens seit der Annexion der Krim im Frühjahr 2014 sei die Lage nicht mehr spannungsfrei. Deshalb müsste die personelle und materielle Einsatzbereitschaft stimmen. Bartels forderte 14 neue Patriot-Abwehrsysteme. Die derzeitigen Systeme seien veraltet, sagten Soldaten des Geschwaders am Rande der Veranstaltung.

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