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„Wir sind stärker als der Terror“

Trauer und Bestürzung im Norden „Wir sind stärker als der Terror“

Nach der Terrorserie in Paris mit vielen Toten trauern auch viele Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein. Politiker rufen zu Menschlichkeit auf — und warnen davor, Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen.

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Nach der Terrorserie in Paris mit vielen Toten trauern auch viele Menschen in Hamburg und Schleswig-Holstein.

Quelle: Angelika Warmuth/dpa

Kiel/Paris. Die blutige Anschlagsserie in Paris hat auch in Hamburg und Schleswig-Holstein für Bestürzung gesorgt. Vor dem Generalkonsulat der Französischen Republik in der Hansestadt liegen am Samstag weiße Rosen in einem großen Kranz mit blau-weiß-roten Bändern. Die Eingangstreppe ist mit Kerzen, Kränzen und Sträußen übersät, am Zaun des Konsulats hängen Karten. „Wir sind stärker als der Terror“, steht auf einer von ihnen. Vor dem Gebäude verharren Menschen in Stille, um der Opfer der Terroranschläge in Paris zu gedenken. Mehrere Hundert Leute kommen später zu einer Mahnwache zusammen. Viele von ihnen wirken fassungslos.

„Warum?“, twittert auch Hamburgs Zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank (Grüne). Sie sei „unendlich traurig“, erklärt sie. Die Anschläge seien „Anschläge auf das Herz der freien und zivilisierten Gesellschaft“: „Aber dieses Herz schlägt dadurch nur noch lauter, und heute schlägt es auch bei uns in Hamburg nur für Paris.“ Es sei ein „barbarischer Terrorakt“, sagt Fegebank, als sie am Samstagnachmittag mit Bürgerschaftspräsidentin Carola Veit Blumen vor dem Konsulat niederlegt und eine Kerze anzündet. Der französische Generalkonsul in Hamburg, Serge Lavroff, findet klare Worte: „Das, was wir in Paris erlebt haben, ist ein Krieg ohne Grenze, ein Krieg ohne Gnade.“

Mehrere Explosionen, eine Schießerei und eine Geiselnahme hält die französische Hauptstadt in Atem. Hier sehen Sie Bilder von den Anschlägen.

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Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD) betont: „Diese abscheulichen Terrorakte richten sich gegen die Demokratie, gegen die Freiheit und gegen unsere Art zu leben.“ Der SPD-Vize ist seit Anfang des Jahres auch Bevollmächtigter für die kulturelle Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich.

Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) nennt die Anschlagsserie „unfassbar“. „Ich bin tief erschüttert über die Anschläge in Paris, bei denen ganz offensichtlich einige Wahnsinnige so viele unschuldige Menschen getötet haben“, sagt Albig. „Mir fehlt die Vorstellungskraft, warum einige wenige so etwas tun und uns ihren Weg des Grauens und des Mordens aufzwingen wollen.“

Hier sehen Sie Bilder vom Tag nach dem Anschlägen in Paris.

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Albig ist es wichtig, jetzt nicht Flüchtlinge unter Generalverdacht zu stellen: „Die Menschen, die zu uns kommen, sind nicht die, die töten“, betont der Ministerpräsident. „Diejenigen, die zu uns kommen, fliehen vor diesen Mördern.“

Die Nordkirche mahnt ebenfalls: Die Anschläge dürften nicht missbraucht werden, um Hass auf Flüchtlinge und Muslime zu schüren. Der Schweriner Landesbischof Gerhard Ulrich erklärt: „Terror ist weder mit dem Islam noch mit Religion überhaupt zu rechtfertigen.“ Und die Türkische Gemeinde in Schleswig-Holstein fordert: „Wir dürfen keinesfalls der Angst erliegen, die unter uns gesät werden soll.“

Trotz der beispiellosen Anschläge von Paris sieht Hamburgs Innensenator Michael Neumann (SPD) zunächst keine veränderte Sicherheitslage für die Hansestadt. Man sei auf alles vorbereitet: „Aber zur Zeit gibt es keinen Grund, in irgendeiner Weise Sorge zu haben oder auch den Gefahrengrad hochzuschalten“, sagt Neumann. „Über die ohnehin ja vorhandene Polizeipräsenz ergreifen wir zum jetzigen Zeitpunkt keine weiteren Maßnahmen.“


Die Freiheit müsse verteidigt werden, twittert Ralf Stegner, SPD-Vize und schleswig-holsteinischer SPD-Landeschef: „Furchtbare Terroranschläge von Paris mahnen dazu, dass es absolute Sicherheit nicht gibt.“

Das Entsetzen über die Anschläge überschattet auch den FDP-Landesparteitag in Neumünster, der mit einem stillen Gedenken an die Opfer beginnt. „Es ist ein Verbrechen, das uns bis in das Mark erschüttert“, sagt FDP-Landeschef Heiner Garg. FDP-Bundes-Vize Wolfgang Kubicki kritisiert: „Das hat nichts mehr mit Glauben zu tun, das ist einfach krank.“ Auch Schleswig-Holsteins CDU-Landeschef Ingbert Liebing verurteilt die „grauenhaften Anschläge“ — und versichert: „Wir stehen an der Seite des französischen Volkes.“

Selbst der Schleswig-Holsteinische Fußballverband meldet sich zu Wort: „Auch die Fußballwelt wird sich durch feigen Terror nicht auseinanderdividieren lassen, sondern in diesen schweren Zeiten noch enger zusammenrücken.“

Hamburgs Bürgerschaftspräsidentin Veit ruft dazu auf, sich dem Terrorismus niemals zu beugen, sondern Freiheit und Demokratie zu verteidigen: „Sorgen wir dafür, dass Menschlichkeit siegt.“ Am Rathaus der Hansestadt wehen die Flaggen auf halbmast — das hängt allerdings mit dem Tod von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) zusammen. In Schleswig-Holstein ordnet Innenminister Stefan Studt (SPD) an, zum Gedenken an die Opfer der Terroranschläge Flaggen an Ministerien und am Landtag auf halbmast zu setzen.

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Eric Zimmer war am Freitagabend als Sportreporter in Paris um über das Fußballspiel Deutschland gegen Frankreich zu berichten. Er hat die Atmosphäre im Stadion nach den Terroranschlägen für uns eingefangen und dazu einen sehr persönlichen Text verfasst.

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