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Nato startet von Kiel aus ins Manöver

Ukraine-Krise Nato startet von Kiel aus ins Manöver

Die Landeshauptstadt wird Ausgangspunkt mehrerer Seemanöver in der Ostsee, mit denen die Nato in der Ukraine-Krise ein Zeichen der Stärke setzt. In den kommenden Tagen wird im Tirpitzhafen ein Verband mit fünf Einheiten und 200 Soldaten aus vier Nationen aufgestellt. Das bestätigte die Nato KN-online. Mitte Mai wird der Tender „Elbe“ der Deutschen Marine Führungsschiff im Baltikum.

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Der Tender „Elbe“ wird ab Mai Nato-Führungsschiff im Baltikum.

Quelle: FB

Kiel. Nato-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen hatte kürzlich den Kurs des Bündnisses für die Ostsee klargestellt. Mit Blick auf die Spannungen mit Russland sei „die Weiterentwicklung der kollektiven Verteidigung einschließlich einer Aktualisierung der Verteidigungspläne und erweiterter Übungen“ das Ziel.

 In Norwegen haben sich das Führungs- und Versorgungsschiff „Valkyrien“ und der Minensucher „Otra“ auf den Weg nach Kiel gemacht. Wie die norwegische Marine mitteilte, wurde Commander Eirik Otterbu als Verbandschef für den Nato-Verband benannt. Er wird in Kiel den seit Januar aus Mangel an Einheiten stillgelegten Verband SNMCMG1 wieder zusammenstellen und noch vor Ostern erste Übungen abhalten.

 Minenjäger aus den Niederlanden, Belgien und Estland sind ebenfalls auf dem Weg nach Kiel. Otterbu wird hier den Ständigen Minenabwehr-Einsatzverband 1 aufbauen, einen von vier maritimen Nato-Einsatzverbänden. Aus Marinekreisen verlautete zwar, dass der Nato-Verband defensiven Charakter habe und unter anderem Weltkriegsmunition vor der baltischen Küste suche. Ungewöhnlich ist jedoch der sehr frühe Übungsbeginn in diesem Jahr, was auf eine bewusste Demonstration der Nato mit Blick auf die Ukraine-Krise hindeutet. Die baltischen Staaten und Polen haben nach der Annexion der Krim durch Russland mehrfach ihre Sorge geäußert, selbst Ziel russischer Aggressionen zu werden.

 Die vier Minenjäger und die „Valkyrien“ sollen jetzt direkt nach Ostern von Kiel aus Kurs auf die östliche Ostsee nehmen. Besuche in Polen, Litauen, Lettland und Estland sowie Schweden gehören zum Programm. „Das ist ein Zeichen der Solidarität mit den besorgten Nato-Partnern“, sagte der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses, Hans-Peter Bartels (SPD).

 Ab Mitte Mai wird laut Marine der deutsche Tender „Elbe“ aus Warnemünde mit Einheiten der Minensuchgeschwader aus Kiel zu dem Verband stoßen und ihn als Führungsschiff leiten. In der Ostsee stehen das Manöver Open Spirit und das große US-Seemanöver Baltops 2014 auf dem Plan. Russlands Marine wird erstmals seit Jahren nicht zu den Nato-Manövern eingeladen. Kommentar Seite 2

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Kommentar

Dass die Nato mit Kriegsschiffen in der Ostsee übt, ist nichts Besonderes. Dass aber ein ruhender Verband für mehrere Manöver aktiviert wird und die Nato fast alles mobilisiert, was schwimmen kann, das ist ein Signal. Ein Signal der Solidarität mit den baltischen Staaten und Polen, die nach der russischen Annexion der Krim alarmiert sind. Und ein Warnsignal an Moskau, es nicht zu weit zu treiben.

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