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Universität Hamburg startet Projekt "#UHHhilft"

Migration Universität Hamburg startet Projekt "#UHHhilft"

Sie wollten Mediziner, Juristen oder Betriebswirte werden. Doch dann machten Kriege sie zu Flüchtlingen. Die Universität Hamburg hat nun bundesweit eines der größten Programme gestartet, um ihnen den akademischen Weg in Deutschland zu ebnen.

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Die Uni Hamburg will Flüchtlingen den akademischen Neustart ermöglichen.

Quelle: Axel Heimken/Archiv

Hamburg. Die Universität Hamburg hat bundesweit eines der größten Integrationsprogramme für Flüchtlinge gestartet. Zum Auftakt des Wintersemesters verzeichnete die Hochschule fast 600 Anmeldungen für das Programm "#UHHhilft", wie die Flüchtlingsbeauftragte der Universität, Prof. Silke Boenigk, am Mittwoch sagte. Viele von ihnen interessierten sich dabei für klassische Studienfächer wie Medizin, Jura, Betriebswirtschaft und Naturwissenschaften. Über das Pilotprojekt soll der Einstieg in ein Regelstudium ermöglicht werden.

"Wir haben uns vorgenommen, ein Angebot der und zur Integration zu liefern", sagte Universitäts-Präsident Prof. Dieter Lenzen. Die Hochschule habe sich deshalb bereits im Mai auf die sich abzeichnende Flüchtlingswelle vorbereitet, um jenen eine Chance zu geben, "die entweder in ihrer Heimat schon ein Studium begonnen hatten oder die Absicht hatten eines zu beginnen oder noch so jung sind, dass es in der näheren Zukunft für sie wichtig wird".

Nach Angaben der Flüchtlingsbeauftragten Boenigk haben sich für das Programm 598 Flüchtlinge angemeldet. Weitere gut 400 hätten die Anmeldefrist verpasst. Das Programm selbst bestehe aus acht Modulen und dauere zunächst bis Februar 2016. In einem ersten Schritt sollen Hochschüler und Universitätsmitarbeiter den Flüchtlingen bei der Orientierung auf dem Campus helfen. Dazu zählten Führungen, Mensa-Touren oder etwa Besuche der Sozial- und BAföG-Beratung.

Sogenannte Buddys oder Paten helfen etwa bei Sprachproblemen oder beim Antrag für einen PC- oder Wlan-Zugang. Daran schließe sich die Möglichkeit von Einzel-Interviews an, bei denen die individuelle Bildungsbiografie besprochen werden soll, um eine gezielte Beratung zu ermöglichen. Parallel dazu würden zunächst 100 per Los bestimmten Flüchtlingen Sprachkurse angeboten. Um einen Studienplatz erhalten zu können, müssen die Anwärter "ein weit fortgeschrittenes Sprachniveau" nachweisen, das der vorletzten Stufe (C1) auf der Kompetenzskala des gemeinsamen europäischen Referenzrahmens für Sprachen entspricht.

Die Vize-Präsidentin der Universität, Prof. Susanne Rupp, räumte ein, vieles sei noch nicht geklärt, etwa die Zahl der nötigen Studienplätze und deren Finanzierung oder auch die Übernahme der Kosten für die Deutschkurse. Laut Lenzen kosten diese rund 85 000 Euro pro 25 Studierende und Jahr.

Hamburgs Wissenschaftssenatorin Katharina Fegebank (Grüne) sicherte die Unterstützung des Senats zu. Dabei gehe es ihr nicht um eine allgemeine Bereitschaft, "sondern um den ganz erklärten Willen, dieses ganze Ansinnen zu unterstützen. Das heißt natürlich auch, (...) dass zusätzliches Geld bereitgestellt wird." Denn das Programm sei "genau der richtige Ansatz: Integration durch Bildung". Für den eigentlich gesetzlich streng geregelten Zugang zu den Hochschulen erhoffe sie sich für die Flüchtlinge "kreative, schnelle und pragmatische Wege".

dpa

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