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Neues Konzept für die Asylsuchenden

Unterkünfte im Land Neues Konzept für die Asylsuchenden

100 Asylsuchende aus den Unterkünften am Kieler Nordmarksportfeld und in Salzau sind am Mittwoch in die neue Landesunterkunft für Flüchtlinge im Wehrbereichskommando am Niemannsweg in Kiel eingezogen. Der Plan für die Flüchtlingsunterkünfte in Schleswig-Holstein hat sich noch einmal gewandelt.

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Abed Ali und ihre Kinder (v.l.) Balsam, Ahmad, Firas und Mohammad aus Syrien warteten in der Halle der Kieler Landesunterkunft am Niemannsweg auf ihre Registrierung.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Mit diesem Schritt bereiten wir ein neues Konzept zur ersten Unterbringung der Flüchtlinge vor“, sagte Magdalena Drywa, Sprecherin des Landesamtes für Ausländerangelegenheiten. Statt wie bisher 15 Erstaufnahmen verteilt über das ganze Land zu unterhalten, will die Regierung die behördlichen Anlaufstationen für ankommende Flüchtlinge auf zwei, maximal vier Standorte konzentrieren. Fest stehen hierfür Neumünster und Glückstadt.

 Dort sollen sich die Neuankömmlinge registrieren und medizinisch untersuchen lassen. Und nur dort können sie ihre Asylanträge beim Bundesamt für Migration und Flüchtlinge stellen. Nach ein bis zwei Wochen soll es für Asylbewerber weiter in die Landesunterkünfte gehen. „Hier bleiben sie vier bis sechs Wochen. Es werden Deutschkurse angeboten, Kinder besuchen die Schule, es findet eine erste Integration statt, bevor die Asylsuchenden auf die Kommunen verteilt werden“, so Drywa. Ziel sei es, die Bearbeitung der Asylanträge zu beschleunigen und Erstaufnahmeeinrichtungen wie Kommunen bei der Flüchtlingsunterbringung zu entlasten.

 Zwar ist im Moment die Situation überschaubar: In den ersten zwei Monaten des Jahres hatte das Land rund 4200 Flüchtlinge aufgenommen. Dennoch erwartet Innenminister Stefan Studt (SPD) nach eigenen Aussagen auch in diesem Jahr einen ähnlichen Flüchtlingszustrom wie 2015, als das Land insgesamt 550000 Asylsuchtende aufnahm, den Großteil innerhalb weniger Monate. „Unsere Schätzungen beruhen auf den Erfahrungen seit 2007. Demnach kommt ein Drittel der Flüchtlinge in der ersten Jahreshälfte und zwei Drittel in der zweiten“, erklärt Drywa. Auf einen erneuten Ansturm wolle man mit dem neuen Konzept gut vorbereitet sein.

 Am Kieler Niemannsweg sind die Kapazitäten entsprechend groß. 514 belegbare Plätze stünden dort zur Verfügung. Die ersten 100 Flüchtlinge können nun die frisch gestrichenen Viererzimmer beziehen und bleiben auch erst einmal unter unter sich. Denn: „Wir haben vorerst keine weiteren Verlegungen in den Niemannsweg geplant“, so Drywa.

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Ein Artikel von
Karen Schwenke
Lokalredaktion Kiel/SH

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