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Schlechte Noten für Albig & Co

Unternehmensverband Schlechte Noten für Albig & Co

Dieses Zwischenzeugnis ist kein Ruhmesblatt für die Regierung in Kiel. Eine Umfrage in der Wirtschaft ergibt für die Koalition und den Ministerpräsidenten schlechte Noten. Am besten schneidet die grüne Finanzministerin Monika Heinold ab.

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Negativ bewertet wurde erneut der nicht vollständig erkennbare Führungsstil von Torsten Albig.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. In der Wirtschaft bekommt Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) kein Bein an Deck. In der aktuellen Polit-Umfrage der Unternehmensverbände Nord bescheinigte ihm nicht einmal jedes fünfte Unternehmen eine „gute Arbeit“. Albig landete damit auf dem vorletzten Platz der acht Kabinettsmitglieder. Schlechtere Noten erhielt nur Schulministerin Britta Ernst (SPD).

Der Ministerpräsident schaffe es nicht, die Kräfte in seinem Kabinett zu bündeln, sagte UV-Nord-Präsident Uli Wachholtz. „Einige Unternehmen sprechen sogar von Führungsschwäche.“ Folge: Die Zufriedenheit mit Albig wuchs im Vergleich zum Herbst, als der Regierungschef nach zwei Ministerrücktritten schwer angeschlagen war, nur auf 17 Prozent (plus eins). Schlimmer noch: Albigs Arbeit wird deutlich schlechter bewertet als die der Gesamtregierung, der 30 Prozent der Unternehmen eine gute Arbeit attestieren.

Angeführt wird die Bestenliste im Kabinett erstmals von Finanzministerin Monika Heinold (Grüne). Ihre Arbeit wurde von jedem dritten Unternehmen gelobt, das allerdings teils vor dem am Dienstag geschnürten Millionenpaket (etwa Krippen-Geld). „Dieses Paket ist mit nichts gegenfinanziert“, bemängelte Wachholtz. Es handele sich um „unverantwortliche Wahlgeschenke“. Knapp hinter Heinold rangieren Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD) und Innenminister Stefan Studt (SPD). „Die Unternehmen gehen davon aus, dass Minister Studt noch nicht vollends in dem Ressort angekommen ist“, sagte Wachholtz. Abzüge gab es auch wegen des Konflikts mit der Polizei.

Im Mittelfeld landeten erneut Justizministerin Anke Spoorendonk (SSW) und Umweltminister Robert (Grüne). Die Riege mit einer Zustimmung von unter 20 Prozent führt Sozialministerin Kristin Alheit (SPD) an. Bei ihr sehen die Unternehmen wegen der Friesenhof-Affäre und des bevorstehenden Untersuchungsausschusses im Landtag „Handlungsbedarf“. Das sei keine versteckte Rücktrittsforderung, betonte Wachholtz.

Albig wird angelastet, dass er „zu sehr wiederwahlorientiert“ sei. Beifall gab es für die engagierte Flüchtlingspolitik. Schlusslicht Britta Ernst (neun Prozent Zustimmung) wurde auch für den „teils noch sehr hohen Unterrichtsausfall“ abgewatscht. Wachholtz glaubt, dass die Abfuhr für Albig zwar „lästig“, aber nicht wahlentscheidend sei. Hauptgrund: Bei der Umfrage haben gerade mal 223 von 2000 befragten Unternehmen mitgemacht.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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