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Tiefes Verneigen vor Altkanzler Schmidt

Live: Staatsakt in Hamburg Tiefes Verneigen vor Altkanzler Schmidt

Rund 1800 Gäste füllten am Montag den Hamburger Michel zum Staatsakt für Helmut Schmidt. Im Rathaus geht der Trauerempfang für die hohen Gäste weiter. Der Abschied Tausender Hamburger folgt dann auf Schmidts "letzter Reise" durch die Hansestadt. Verfolgen Sie das Geschen live auf KN-online.

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Tausende säumten die Strecke: Der Bestattungswagen mit dem Sarg Helmut Schmidts durchquerte die Hamburger Innenstadt vom Michel bis zum Friedhof Ohlsdorf.

Quelle: Bodo Marks/dpa

+++ 14.00 Uhr: Applaus an der Strecke +++

Mit kräftigem Applaus haben Tausende in Hamburg Altkanzler Helmut Schmidt auf seinem letzten Weg zur Beisetzung auf dem Friedhof Ohlsdorf verabschiedet. Am Straßenrand in der Innenstadt standen die Menschen dicht an dicht, um nach dem Staatsakt die Fahrt des Bestattungswagens mit dem Sarg des Ehrenbürgers der Hansestadt zu verfolgen. Manche warfen Rosen oder andere Blumen auf das von der Polizei eskortierte Fahrzeug. Vor allem viele Ältere waren gekommen, um dem früheren Hamburger Innensenator die letzte Ehre zu erweisen. Andere nutzten die Mittagspause für den letzten Gruß.

„Seine Altersweisheit, seine Coolness. Er wusste immer die Antwort. Er ist immer ehrlich geblieben“, sagte das eigens angereiste Ehepaar Goltzsche aus Stade. Beim Domplatz standen Hunderte, winterlich gekleidet bei zwei Grad plus und strahlend blauem Himmel – Kaiserwetter für den Staatsmann. „Es geht eine Ära zu Ende. Das macht mich traurig. Die Persönlichkeiten werden immer weniger“, sagte Krankenschwester Ellen Schuttrich (63) mit CDU-Button am Jackenrevers. Auch wenn sie nicht alle Schmidtschen Ansichten geteilt habe: „Er war immer ehrlich und offen. Ein Vorbild für die Jugend.“

+++ 13.45 Uhr: Bestattungswagen fährt in Ohlsdorf vor +++

Der Bestattungswagen mit dem Sarg von Helmut Schmidt ist am Montagnachmittag auf dem Friedhof Ohlsdorf angekommen. Der Wagen war vom Staatsakt im Michel am Rathaus vorbei durch die Stadt gefahren worden. Tausende Menschen verfolgten am Straßenrand den Trauerzug. Schmidt war am 10. November im Alter von 96 Jahren in der Hansestadt gestorben. Er soll eingeäschert und dann im engsten Kreis im Familiengrab beigesetzt werden. Der Termin der Beisetzung wurde nicht bekanntgegeben.

+++ 13.40 Uhr: Trauerempfang im Rathaus beginnt +++

Nach dem Staatsakt in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis für Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) hat im Rathaus der Trauerempfang für geladene Gäste begonnen. Bundespräsident Joachim Gauck und seine Lebensgefährtin Daniela Schadt trugen sich am Montag zu Beginn ins Kondolenzbuch ein. Bei einem langen Trauerzug durch die Hansestadt erwiesen zudem Tausende Menschen am Straßenrand dem Hamburger Ehrenbürger Schmidt die letzte Ehre.

+++ 13.15 Uhr: Die Bilder aus dem Michel +++

Zahlreiche Ehrengäste waren in die Hamburger St. Michaeliskirche gekommen, um sich von Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt zu verabschieden.

Hier sehen Sie Bilder von der Trauerfeier für Helmut Schmidt

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+++ 12.55 Uhr: Der Trauerzug beginnt +++

Der Trauerzug mit dem Sarg von Helmut Schmidt durch Hamburg hat begonnen. Bevor der Bestattungswagen vor dem Michel losfuhr, spielte eine Militärkapelle das „Lied vom guten Kameraden“. Anschließend haben Tausende Menschen die Möglichkeit, sich am Straßenrand vom Hamburger Ehrenbürger zu verabschieden. Der Wagen soll im Schritttempo Richtung Friedhof Ohlsdorf fahren, wo Schmidt eingeäschert und im Familiengrab beigesetzt werden soll.

+++ 12.35 Uhr: Staatsakt beendet +++

Nach dem Staatsakt in der Hamburger Hauptkirche St. Michaelis ist der Sarg von Altkanzler Helmut Schmidt (SPD) von acht Trägern aus dem Michel gebracht worden. Dahinter gingen Bundespräsident Joachim Gauck und Schmidts Tochter Susanne. Bei sonnigem Wetter wurde der Sarg über den Kirchenvorplatz bis zu einer Ehrenformation getragen und auf einem sogenannten Katafalk abgesetzt. Nach einem militärischen Zeremoniell sollte es anschließend einen langen Trauerzug durch die Stadt geben, bei dem sich Tausende Menschen von Hamburgs Ehrenbürger verabschieden wollten.

+++ 12.25 Uhr: Schmidt als Vater des Euro +++

Der gemeinsamen Initiative von Helmut Schmidt und Giscard d'Estaing verdanke Europa die spätere Einführung des Euro, sagte Merkel. Ihnen verdanke man auch die regelmäßigen informellen Treffen der großen Wirtschaftsnationen. So habe sich Schmidt als Politiker mit Weitblick erwiesen. Seine schwerste Prüfung sei aber wohl die Zeit des RAF-Terrors in den 1970er Jahren gewesen. Gradlinig habe Schmidt seine Entscheidungen getroffen.

+++ 12.10 Uhr: Ein "brennender Demokrat" +++

Merkel sagte, wenn Helmut Schmidt überzeugt gewesen sei, das Richtige zu tun, dann habe er dies getan. „Er war bereit, selbst den höchsten Preis zu zahlen.“ Er habe sich gegen jede Form blinder Ideologien gewehrt, betonte Merkel. Schmidt habe für die Demokratie gebrannt. Dies habe auch für die Europäische Union gegolten.

+++ 12.05 Uhr: Merkel hat Schmidt aus DDR verfolgt +++

„Helmut Schmidt wird uns allen fehlen“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU). Sein Tod erscheine irgendwie unwirklich. „Helmut Schmidt war eine Instanz“. Er habe sich größten Respekt erworben. Sein hohes Ansehen basiere auf seiner Verantwortung und seiner Bereitschaft, sich auch schwierigsten Aufgaben zu stellen. Auch aus der DDR heraus habe sie als geborene Hamburgerin das entschlossene Eingreifen Schmidts bei der Sturmflut von 1962 in Hamburg verfolgt.

+++ 12.00 Uhr: Kissinger: Schmidt war "Weltgewissen" +++

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger nannte Schmidt eine Art Weltgewissen. Kissinger sagte, zu Schmidts 90. Geburtstag habe er die Hoffnung ausgesprochen, dass der Altkanzler ihn überleben werde, „weil eine Welt ohne ihn eine sehr leere wäre“. Doch er habe sich geirrt. „Helmut wird bei uns bleiben, perfektionistisch, launisch, stets auf der Suche, fordernd, inspirierend, immer zuverlässig.“

+++ 11.40 Uhr: Kissinger redete auf Deutsch +++

Der frühere US-Außenminister Henry Kissinger würdigte den Altkanzler als einen besonderen Freund, den er seit 60 Jahren gekannt und geschätzt habe. Helmut Schmidt habe Mut und Visionen nie für sich reklamiert aber verkörpert. Schmidt sei gebildeter als die meisten Politiker der Nachkriegszeit gewesen, sagte Kissinger. Der aus Fürth stammende Kissinger hielt seine Rede auf Deutsch.

+++ 11.30 Uhr: "Giganten verloren" +++

„Er hat vorgelebt, wie anständige und vernünftige Politik aussieht. Seine Geradlinigkeit hat Vertrauen erzeugt und ihn zum Vorbild für viele gemacht“, sagte Scholz beim Staatsakt für den am 10. November im Alter von 96 Jahren gestorbenen Schmidt am Montag im Hamburger Michel.

„Wir haben einen Giganten verloren“, sagte Scholz. Er lobte den „lebensklugen politischen Pragmatismus“ Schmidts, aus dem „scheinbar unbegrenzte moralische Autorität“ erwachsen sei. Es sei noch kaum vorstellbar, „dass wir künftig gesellschaftliche und politische Debatten ohne ihn werden führen müssen“, sagte Scholz.

+++ 11.15 Uhr: Scholz beginnt staatlichen Teil +++

Mit einer Rede von Bürgermeister Scholz hat der staatliche Teil des Staatsaktes begonnen. Zuvor hatte der Volkssänger Jochen Wiegandt das melancholische plattdeutsche Lied „Mien Jehann“ vorgetragen. Das war ein persönlicher Wunsch Schmidts gewesen.

+++ 11.05 Uhr: Schmidt war ein Vorbild +++

Michel-Hauptpastor Alexander Röder sagte, der Tod Schmidts habe Millionen Menschen berührt. Viele hätten sich in Kondolenzbücher eingetragen, „als wäre ein guter Freund gestorben“. „Er ist für sie eine Autorität, ein Vorbild an Gradlinigkeit, Pflichtbewusstsein, Redlichkeit und Mut, Klugheit und Klarheit in seiner Haltung, manchmal auch Kantigkeit und zugleich Bodenständigkeit. So bleibt er in Erinnerung, auch über seinen Tod hinaus.“

+++ 10.45 Uhr: Bach zum Beginn +++

Mit Musik von Johann-Sebastian Bach und der Begrüßung durch Hauptpastor Alexander Röder hat der kirchliche Teil des Staatsakts begonnen. Schmidts Tod bringe vielen Menschen Trauer und Schmerz, sagte Röder. Bereits zehn Minuten vor Beginn hatten die Glocken des Michel geläutet. Der Sarg war mit Sonnenblumen geschmückt.

+++ 10.30 Uhr: Staatsakt hat begonnen +++

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat der Staatsakt für Altkanzler Helmut Schmidt begonnen. Zu den 1800 geladenen Gästen gehören Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Schmidts Weggefährten wie Frankreichs Ex-Präsident Valérie Giscard d'Estaing und Ex-US-Außenminister Henry Kissinger. Auch die früheren Bundespräsidenten Roman Herzog, Horst Köhler und Christian Wulff erweisen Schmidt die letzte Ehre.

+++ 10.25 Uhr: Der Michel füllt sich +++

Kurz vor Beginn des Staatsakts für Helmut Schmidt am Montag sind bereits Hunderte Menschen im Hamburger Michel eingetroffen. Der Staatsakt findet unter höchsten Sicherheitsvorkehrungen statt. Zu den 1800 geladenen Gästen gehören Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Schmidts Weggefährten wie Frankreichs Ex-Präsident Valérie Giscard d'Estaing und Ex-US-Außenminister Henry Kissinger.

Hamburg. Knapp zwei Wochen nach dem Tod von Altkanzler Helmut Schmidt nimmt Deutschlands Staats- und Regierungsspitze am Montag ab 10.30 Uhr mit zahlreichen Gästen aus dem In- und Ausland in Hamburg Abschied vom SPD-Politiker. Beim Staatsakt zu Ehren des im Alter von 96 Jahren verstorbenen Hamburger Ehrenbürgers in der Hauptkirche St. Michael werden rund 1800 Gäste erwartet, darunter Bundespräsident Joachim Gauck, Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sowie Schmidts Weggefährten, Frankreichs Ex-Präsidenten Valéry Giscard d'Estaing und Ex-US-Außenminister Henry Kissinger.

Hier sehen Sie Bilder aus dem Leben Helmut Schmidts.

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Während des Staatsakts sind drei Reden vorgesehen: von Hamburgs Bürgermeister Olaf Scholz (SPD), von Ex-US-Außenminister Kissinger sowie von Kanzlerin Merkel. Die Predigt hält Hauptpastor Alexander Röder. Aus dem Ausland werden neben Schmidts langjährigem Freund, dem französischen Ex-Präsidenten Valérie Giscard d'Estaing, unter anderem Italiens früherer Präsident Giorgio Napolitano, Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg, EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker sowie der Präsident des Europäischen Parlaments, Martin Schulz, erwartet.

Giscard d'Estaing sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, Schmidt sei „ein wahrer Freund, ein treuer Freund“ für ihn gewesen. Ihr Verhältnis sei kein politisches gewesen. „Wir haben uns sehr lange gekannt und vertrauten einander absolut.“

Außerdem wird im Michel Musik erklingen: Neben Bach, Pachelbel, die obligatorische Nationalhymne und „Der Mond ist aufgegangen“ von Matthias Claudius. Als Ausnahme kommt das plattdeutsche Volkslied „Mien Jehann“, vorgetragen vom Langenhorner Musiker Jochen Wiegandt, daher. „Das ist eine unglaublich große Ehre“, erklärte der 68-Jährige. Schmidt habe sich in seinem Testament gewünscht, dass dieses Lied gespielt werde, sagte Wiegandt dem „Hamburger Wochenblatt“.

Militärisches Ehrengeleit bis nach Ohlsdorf

Im Anschluss an den Staatsakt ist ein großes militärisches Ehrengeleit für Schmidt geplant. Dabei tragen Soldaten den Sarg vor dem Michel an einer Ehrenformation der Bundeswehr vorbei, ehe er in einem Wagen langsam in Richtung Rathaus und von dort durch die Stadt zum Friedhof Ohlsdorf gefahren wird, wo Schmidt eingeäschert und im Familiengrab beigesetzt werden soll.

Während Schmidts „letzter Reise“ durch die Stadt hat auch die Bevölkerung die Möglichkeit, sich am Straßenrand zu verabschieden. Zuvor ist dies wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen rund um den Michel und das Rathaus nicht möglich. Beste Plätze sind dabei nach Angaben der Hamburger Senatskanzlei der Bereich Schmiedestraße, Höhe Domplatz sowie Ballindamm, An der Alster bis Schwanenwik. Im Rathaus bitten Senat und Bürgerschaft zu einem Trauerempfang um 13.00 Uhr. Der Staatsakt selbst wird live im Fernsehen und im Radio übertragen.

Hamburger Innensenator während der Sturmflut 1962

Schmidt war von 1974 und bis 1982 Bundeskanzler. Dabei war der Diplomvolkswirt unter anderem mit der Ölkrise und dem Kampf gegen den RAF-Terrorismus konfrontiert. Auch die Auseinandersetzung um den Nato-Doppelbeschluss prägte Schmidts Kanzlerschaft. Den Hamburgern ist er vor allem wegen seines Engagements während der Sturmflut 1962 erinnerlich, als er als Innensenator die Bundeswehr zu Hilfe rief und so zahlreiche Menschenleben rettete.

Auswärtiges Amt benennt Diplomatenprogramm nach Schmidt

Zum Gedenken an Helmut Schmidt benennt das Auswärtige Amt ein neues Programm zum Austausch junger Diplomaten nach dem gestorbenen Altkanzler. Das jeweils auf zwei Wochen angelegte „Helmut-Schmidt-Programm für globale Fragen“ richtet sich an den diplomatischen Nachwuchs aus den Schwellen- und Industrieländern der G20-Staaten, wie das Amt am Sonntag mitteilte. Starten soll es im kommenden Mai.

Zudem wird im Gästehaus des Auswärtigen Amtes, der Villa Borsig, der Große Saal in Helmut-Schmidt-Saal umbenannt. Die Villa in Berlin-Tegel ist häufig Austragungsort politischer Verhandlungen etwa im Ukraine-Konflikt.

Zeit-Mitarbeiter versammeln sich zu Ehren von Schmidt

Zu Ehren ihres Herausgebers Helmut Schmidt kommen die Redakteure und Mitarbeiter der Wochenzeitung „Die Zeit“ am Montag zu einer Trauerfeier im Hamburger Verlagshaus zusammen. Sie werde parallel zum offiziellen Staatsakt im Hamburger Michel abgehalten, zu dem ebenfalls „Zeit“-Mitarbeiter eingeladen seien, sagte eine Verlagssprecherin. Nahe des Verlagshauses führt die Route vorbei, die der Wagen mit dem Sarg des Altbundeskanzlers nach dem Staatsakt und dem militärischen Ehrengeleit nehmen soll.

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Ein Artikel von
KN-online (Kieler Nachrichten)

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Abschied von Helmut Schmidt
Foto: Das Kondolenzbuch zum Gedenken an Altkanzler Helmut Schmidt mit dem Eintrag der Präsidentin der Hamburgischen Bürgerschaft, Carola Veit (SPD), im Rathaus in Hamburg.

Rund 1800 Gäste aus dem In- und Ausland und die Hamburger selbst wollen sich von Helmut Schmidt verabschieden. Auch Bundespräsident Gauck und Kanzlerin Merkel. Nach dem Staatsakt wird der Sarg langsam durch die Stadt gefahren. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch.

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