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Viel Enttäuschung nach MV-Wahl

Nachbarland Schleswig-Holstein Viel Enttäuschung nach MV-Wahl

Freude, aber auch viel Frust: Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat in Schleswig-Holstein unterschiedliche Reaktionen ausgelöst. CDU, SPD, Grüne und FDP eint die Sorge über das Ergebnis der AfD. Die freut sich dagegen über das Ergebnis.

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Die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern hat bei den Parteien in Schleswig-Holstein unterschiedliche Reaktionen ausgelöst.

Quelle: Carsten Rehder/dpa

Die Landtags-Parteien in Schleswig-Holstein rücken gegen die AfD zusammen. Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) und sein Herausforderer Ingbert Liebing (CDU) kündigten nach dem Durchmarsch der AfD in den Schweriner Landtag an, den Rechtspopulisten bei der Landtagswahl in acht Monaten mit besseren Argumenten das Wasser abzugraben. FDP und Grüne sind mit im Boot.

„Man muss aber damit rechnen, dass die AfD es in den Landtag schaffen könnte“, sagte Grünen-Chef Arfst Wagner. Bei einer Umfrage der Kieler Nachrichten hatte die AfD im Frühjahr bei neun Prozent gelegen.

Albig, der den Wahlabend zu Hause verbrachte, freute sich kurz über den Erfolg seines Amtskollegen Erwin Sellering (SPD), widmete sich dann den Rechtspopulisten. „Das Ergebnis der AfD zeigt, dass viele Menschen sich bei den Volksparteien nicht mehr aufgehoben fühlen“, sagte Albig. „Wir müssen diese Menschen wieder davon überzeugen, dass wir die besseren Antworten auf ihre Sorgen haben als die Rechtspopulisten.“ Während Albig auf die Wähler der AfD einging, knöpfte sich SPD-Landeschef Ralf Stegner die Partei vor. Sie schüre „Verunsicherung und Missgunst“, spiele mit Vorurteilen und Ängsten der Menschen „statt ihr Leben durch praktische Politik zu verbessern“.

Liebing, der die Wahl in der CDU-Geschäftsstelle verfolgte, schlug in dieselbe Kerbe. Viele Wähler seien auf die AfD „hereingefallen“. Die Partei habe keine Konzepte und Lösungen „Politik ist mehr als Kritisieren und Meckern, sondern Machen und Gestalten“, sagte Liebing. „Wir als CDU müssen den Menschen in den kommenden Monaten um so mehr verdeutlichen, wofür die CDU steht.“ Es gelte, Orientierung zu geben.

Die FDP machte die CDU in Mecklenburg-Vorpommern mitverantwortlich für das gute AfD-Ergebnis, weil die Union zuletzt „Rechtsaußen-Töne“ angeschlagen habe. „Da wählt man das Original“, so FDP-Chef Heiner Garg. Um den Wiedereinzug der FDP in den Landtag in Kiel macht er sich keine Sorgen. „Es ist alles anders in Schleswig-Holstein.“ Mit Fraktionschef Wolfgang Kubicki bekäme die FDP einen Spitzenkandidaten, dessen Bekanntheitsgrad „nicht zu toppen“ sei. Auch die Grünen hakten die Wahl schnell ab. „Mecklenburg-Vorpommern war nie ein Land, in dem die Grünen gute Karten hatten“, sagte Wagner. Er kündigte wie Garg an, den Kurs auch in der Flüchtlingspolitik fortzusetzen und sich durch die AfD „nicht verbiegen“ zu lassen.

Die AfD selbst sieht sich schon am Ziel. „Die Altparteien können schon mal Platz im Landtag machen“, sagte Landeschef Jörg Nobis. „Unser Einzug in Kiel ist so sicher wie der in Schwerin.“

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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