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Fast 10000 Unterschriften gesammelt

Volksinitiative zur Gottesformel Fast 10000 Unterschriften gesammelt

Die Pro-Gott-Volksinitiative hat binnen nur eines Monats fast 10000 Unterschriften beisammen. Das bestätigte ein Sprecher der Nordkirche. Und zahlreiche Listen, die noch in den Büros der evangelischen und katholischen Gemeinden liegen, sind noch ungezählt.

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Ihre Initiative findet schnell Zuspruch: Ex-Ministerpräsident Peter Harry Carstensen und Fatih Mutlu, Vorsitzender der Islamischen Religionsgemeinschaft, setzen sich für einen Gottesbezug in der Verfassung ein.

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Meiner Kenntnis nach gibt es eine hohe vierstellige Zahl von Unterschriften, die bereits bei der Initiative eingegangen sind“, sagte Nordkirchen-Sprecher Frank Zabel. „Insofern freuen wir uns sehr über den guten Rücklauf.“

Zabel betonte, dass die Unterschriftensammlung in vielen Gemeinden erst angelaufen sei. „Das ist bei uns auch so“, berichtete der Sprecher des Erzbistums Hamburg, Manfred Nielen.

Hoffnung auf die Ostergottesdienste

Auf weiteren Zuspruch hoffen beide Kirchen an diesem Osterwochenende. „Das Anliegen der Volksinitiative wird dann in zahlreichen Kirchengemeinden in den Ostergottesdiensten thematisiert“, teilte die Nordkirche mit. Auch das Erzbistum setzt darauf, dass an den Ostertagen besonders viele Menschen in die Kirche gehen und vor oder nach der Messe unterschreiben.

Eine erste offizielle Zwischenbilanz will die Volksinitiative nach den Osterferien ziehen. „Wir hoffen, dass uns dann die Listen mit Unterschriften aus allen Gemeinden vorliegen“, sagte der Leiter des Initiativenbüros, Gernot Tams. Die Initiative, die von Protestanten, Katholiken, Muslimen und Juden getragen wird, hatte sich beim Start Anfang März zuversichtlich gezeigt, in einigen Monaten mehrere Zehntausend Unterschriften zusammenzubekommen. Nötig sind nur 20000. Der Landtag müsste dann beraten, ob er die im Herbst verabschiedete Verfassung nachträglich um eine Gottesformel ergänzt.

„Die Formulierung überlassen wir den Abgeordneten“, sagte der Kieler Künstler Bernhard Schwichtenberg. Der „aktive Katholik“ ist eine der Vertrauenspersonen der Initiative und hat bereits „mehr als 300 Unterschriften“ gesammelt.

Am Grundgesetz orientieren

Vorbild für Schwichtenberg ist das Grundgesetz, das 1949 „im Bewusstsein der Verantwortung vor Gott und den Menschen“ verfasst wurde. Mit im Boot sind auch die ehemaligen Ministerpräsidenten Björn Engholm (SPD) und Peter Harry Carstensen (CDU), der für eine Demutsformel in der Verfassung wirbt.

Die Initiative („Für Gott in Schleswig-Holstein“) wird vor allem von den Kirchen finanziert (40000 Euro), aber von vielen Bürgern unterstützt. Heute sammelt die frühere Landtags-Vizepräsidentin Herlich Marie Todsen-Reese (CDU) auf dem Eutiner Wochenmarkt Unterschriften, morgen liegen die Listen auch beim Motorradgottesdienst in Husum aus.

Schwichtenberg und Carstensen planen eine gemeinsame Aktion. Sie wollen an einem April-Sonnabend über den großen Kieler Wochenmarkt auf dem Exerzierplatz ziehen und dort Unterschriften sammeln.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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Kommentar

Durch die Kirchen ist ein Ruck gegangen. Vielerorts sammeln nicht nur Promis und Pastoren, sondern auch viele einfache Gemeindemitglieder fleißig Unterschriften für die Pro-Gott-Volksinitiative. Schon lange nicht mehr haben Menschen so zahlreich und so engagiert für ihren Glauben gestritten. Das nötigt auch eingefleischten Atheisten Respekt ab.

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