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Volkskundemuseum schließt

Hesterberg Schleswig Volkskundemuseum schließt

Der Weg zum modernen Zentralmagazin für die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landesmuseen ist geebnet: Gut sechs Millionen Euro sollen dafür in den nächsten drei Jahren auf dem Schleswiger Hesterberg investiert werden. Direktor Claus von Carnap-Bornheim freute sich gestern über das Startsignal vom Land – und kündigte schnelle Taten an.

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Künftig Zentralmagazin: Hesterberg-Areal in Schleswig. Hinten links soll die Baracke einem Neubau weichen.

Quelle: hfr

Schleswig. Die erste Tat ist, das bisherige Volkskundemuseum auf dem Hesterberg zu schließen. Denn das neue Landesmuseum für Volkskunde ist nun in Molfsee angesiedelt. Hier wird gerade ein internationaler Realisierungswettbewerb für ein neues Ausstellungsgebäude vorbereitet. Der Hesterberg wird nach einem Abschiedswochenende mit freiem Eintritt über Ostern nur noch als Magazin dienen. Vornehmlich für die Volkskunde, mit Exponaten auch aus Molfsee, genauso aber für andere Bereiche der Landesmuseen von Kunst- und Kulturgeschichte bis zu Eisenkunstgussexponaten.

Weshalb auch auf dem Hesterberg der Platz nicht reicht. Dort, wo jetzt kein Theaterneubau entsteht, ist ein Magazin-Neubau geplant. Nur mit einem solchen Neubau, der aktuellen konservatorischen Anforderungen entspricht, komme man annähernd auf die 10000 qm Fläche, die in Rendsburg auf dem Gelände des ehemaligen Bundeswehr-Depots zur Verfügung gestanden hätten, wäre der Hesterberg für einen neuen Theatercampus im Schleswiger Rat mehrheitsfähig gewesen. Das war er nicht – weshalb derzeit weiterhin fieberhaft nach einer Theaterlösung für die Stadt an der Schlei und eine Zukunftsperspektive für das Landestheater gesucht wird, während bei den Landesmuseen Klarheit herrscht.

Auch wenn man auf Gottorf weiterhin mit einem „offenen Magazin“ liebäugelt, müssen vorerst die Volkskunde-Ausstellungen abgebaut, Leihgaben zurückgeführt werden. In einigen Jahren wird Molfsee Volkskunde auch außerhalb der historischen Bauten in einem Neubau präsentieren, der bislang auf rund 1600 qm Ausstellungsfläche konzipiert ist. Währenddessen entsteht auf dem Hesterberg immerhin eine „Wärmekammer“ für Möbel, die etwa von Ungeziefer befallen sind: „Wir müssen hier Grundlagen konservatorischer Versorgung schaffen“, sagt von Carnap und betont: „Wir schließen die Ausstellung, nicht aber den Standort“.

6,1 Millionen Euro steht für die neue Zentralmagazin-Lösung bereit. 20 Prozent davon seien Eigenmittel der Stiftung, sagt der leitende Direktor. Die Landesmittel standen ursprünglich bereit, um Rendsburg zu entwickeln und wurden jetzt wieder umgelenkt. Von Carnap hofft auf Fertigstellung in drei bis vier Jahren. Dann hat er auch Luft, „Baufreiheit“, für die Umsetzung des Masterplans auf der Museumsinsel. „Ein großer Schritt nach vorn“, bewertete er gestern die Nachricht vom Land. Schließlich sei ein Museum „nicht nur Ausstellung – es geht um die sach- und fachgerechte Erhaltung des kulturellen Erbes“.

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Ein Artikel von
Konrad Bockemühl
Ressortleiter Kulturredaktion