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Landespolitiker entsetzt über Notfallversorgung

UKSH Landespolitiker entsetzt über Notfallversorgung

Nach den KN-Berichten über stundenlange Wartezeiten von Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall in der Notfallambulanz des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) fordern die Fraktionen im Kieler Landtag eine Optimierung der Notfallversorgung.

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Hier wurden die Patienten nicht rasch behandelt: Notaufnahme am UKSH in Kiel.

Quelle: Ulf Dahl

Kiel. „Die Zustände in der Notfallambulanz des UKSH müssen nachhaltig verbessert werden“, sagte Bernd Heinemann, gesundheitspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion.

 Ziel müsse sein, dass nur wirkliche Notfälle in den Notfallambulanzen behandelt werden, so Heinemann. Das jüngste Beispiel aus Kiel zeige einmal mehr, dass die Notaufnahmen offenkundig überfordert seien, erklärte auch Karsten Jasper, gesundheitspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Die für das UKSH zuständige Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) wollte sich am Donnerstag zu den konkreten Fällen zweier Patientinnen, die schwere Vorwürfe gegen das Klinikum erhoben hatten, nicht äußern. „Wir gehen davon aus, dass das UKSH die inneren Abläufe sachgerecht organisiert“, teilte ein Sprecher mit.

 Marret Bohn von den Grünen zeigte sich entsetzt: Die aktuelle Situation sei „eine Zumutung“ für die Patienten, aber auch für die Mitarbeiter, „die unter diesen belastenden Bedingungen die Notfallversorgung aufrechterhalten müssen“. Wenn der Verdacht auf einen Schlaganfall bestehe, müssten die strukturellen und personellen Voraussetzungen für eine schnelle medizinische Behandlung geschaffen werden, forderte die Grünen-Gesundheitsexpertin, die „dringenden Handlungsbedarf“ sieht. Wolfgang Dudda (Piraten) sprach von einer „gesundheitspolitischen Katastrophe“. Heiner Garg (FDP) forderte, die Vorgänge müssten „lückenlos aufgeklärt werden“.

"Zu wenig Ärzte, zu wenig Betten"

Der Sprecher des UKSH, Oliver Grieve, reagierte auf die Vorwürfe mit Unverständnis: „Medizinisch ist bei uns alles korrekt gelaufen.“ Wegen der ärztlichen Schweigepflicht dürfe sich das Klinikum zu den konkreten Fällen nicht äußern. Grieve sagte allerdings: „Es ist bekannt, dass Patienten mitunter warten müssen.“ Dies liege an einem Problem, das alle deutschen Kliniken betreffe: „Wir haben zu wenig Ärzte, zu wenig Betten, zu wenig Pflegepersonal, zu wenig Geld.“

 Zwei prominente Ex-Politikerinnen wollen sich nun rasch vor Ort informieren: Die frühere Ministerpräsidentin Heide Simonis und Angelika Volquartz, ehemalige Oberbürgermeisterin in Kiel und Ehrenbürgerin der Uni, haben sich für Montag bei UKSH-Chef Jens Scholz angesagt. „Wir haben große Sorge, dass hier Schaden für die Universitätsklinik entsteht“, sagte Angelika Volquartz. „Das können wir nicht gutheißen, denn gerade im Bereich der Neurologie genießt das UKSH einen Spitzenruf.“

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Leitartikel

Rein theoretisch könnte man sich als Schleswig-Holsteiner beruhigt zurücklehnen, wenn es um das Thema Schlaganfall geht. Nicht nur das Universitätsklinikum Schleswig-Holstein verfügt in Lübeck und Kiel über Stroke Units, also spezielle Intensivstationen für Schlaganfallpatienten.

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