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Marine ist am Ende ihrer Möglichkeiten

Wehrbeauftragter Bartels Marine ist am Ende ihrer Möglichkeiten

Immer weniger Schiffe, immer mehr Aufgaben und gleichzeitig ein großes Nachwuchsproblem. „Die Marine ist am unteren Ende ihrer Möglichkeiten angelangt. Sie ist am Limit“, sagt der Wehrbeauftragte Hans-Peter Bartels.

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Der Kieler Hans-Peter Bartels (SPD), Wehrbeauftragter des Deutschen Bundestages: „Die Truppe ist es leid. Es fehlt zu viel.“

Quelle: Bernd von Jutrczenka/dpa

Berlin/Kiel. Der Kieler SPD-Politiker legte am Dienstag seinen ersten Bericht in der Funktion als „Anwalt der Soldaten“ vor. In vielen Bereichen der Bundeswehr herrsche eine Mangelwirtschaft, sagte Bartels. „Die Truppe ist es leid. Es fehlt zu viel.“ In keiner anderen Teilstreitkraft aber sind die Probleme größer als bei der Marine.

"Erhebliche Probleme bei der Einsatzplanung"

„Wenn von sieben U-Besatzungen nur drei vollzählig sind, hat der Kommandeur des U-Bootgeschwaders ein großes Problem“, so Bartels. Auch bei vielen Überwasserschiffen sehe es nicht besser aus. Hinzu kommt die Verfügbarkeit der Einheiten. „Wenn Schiffe außer Dienst gestellt werden, gleichzeitig aber die neuen Einheiten nicht fertig werden, sorgt das für erhebliche Probleme bei der Einsatzplanung“, sagt Bartels. 15 Fregatten in vier Geschwadern waren bislang der Soll-Zustand. Nach den Außerdienststellungen von fünf Fregatten der „Bremen“-Klasse geht der Marine für die Einsätze jetzt das Material aus. „Es gibt aktuell nur noch zehn Fregatten. Das ist viel zu wenig“, sagt Bartels. Die Bundeswehrplanung sah ab März 2016 die Indienststellung der neuen „Baden-Württemberg“-Klasse als Ersatz vor. Diese Schiffe wurden 2007 bestellt. Pannen beim Bau und die Insolvenz einer Werft verzögerten das Projekt, nun wird die erste Fregatte frühestens 2018 einsatzbereit sein. „Gleichzeitig werden in diesem Jahr die Schnellboote außer Dienst gestellt. Damit schrumpft die Zahl der Einheiten noch zusätzlich. Das trägt nicht zur Motivation in der Marine bei“, sagt Bartels.

Auch in Eckernförde zahlreiche Defizite

Beim Personal sind die Lücken ebenfalls groß. Die Zahl der Minentaucher des Seebataillons aus Eckernförde sollte bei 117 liegen, tatsächlich sind es nur 57. Ähnlich sieht es in der IT-Systembetreuung der Marine aus, wo statt 638 Soldaten derzeit nur 400 der Truppe angehören. Auch bei den Elektrotechnikern sind von 687 Stellen nur 400 besetzt.

Ein großes Defizit gibt es außerdem bei den amphibischen Fähigkeiten. So wurde zwar in Eckernförde aufgebaut, die auf die Sicherung von Küstenabschnitten und Landemanöver spezialisierte 800-Mann-Truppe kann aber nur auf 50 Jahre alte Landungsboote zurückgreifen.

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Ein Artikel von
Frank Behling
Lokalredaktion Kiel/SH

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Bundeskanzlerin in Kiel
Foto: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) steht am 19.01.2016 auf dem Deck der Korvette Braunschweig am Marinestützpunkt in Kiel (Schleswig-Holstein) neben Kapitän zur See Jan C. Kaack (r) und beobachtet eine Vorführung von Kampfschwimmern. Bundeskanzlerin Merkel machte sich ein Bild von den Aufgaben und Fähigkeiten der Einheiten der Einsatzflotille 1. Foto: Christian Charisius/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Auch der Schneefall konnte die Bundeskanzlerin nicht aufhalten. Nach knapp zehn Jahren stattete Angela Merkel der Einsatzflottille 1 am Mittwoch wieder einen Besuch ab. Zwei Stunden nahm sich die Regierungschefin, um mit den Soldaten zu sprechen, sich zu informieren und der Marine für ihren Einsatz zu danken.

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