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Weiter hohe Flüchtlingszahlen: Forderungen von DRK und Kreisen

Flüchtlinge Weiter hohe Flüchtlingszahlen: Forderungen von DRK und Kreisen

Auf die anhaltend hohen Flüchtlingszahlen muss Schleswig-Holstein nach Ansicht des Deutschen Roten Kreuzes und von Kreisen schneller reagieren. Gewünscht werden beim DRK vor allem hauptamtliche Mitarbeiter. Die Kreise verlangen mehr Erstaufnahmeeinrichtungen.

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Das Deutsche Schauspielhaus in Hamburg nimmt 30 bis 60 Flüchtlinge pro Nacht auf.

Quelle: Bodo Marks

Kiel/Hamburg. Wegen der weiter steigenden Flüchtlingszahlen braucht das Deutsche Rote Kreuz in Schleswig-Holstein dringend mehr hauptamtliche Mitarbeiter. "Das Landesamt muss vor allem schneller als bisher Anträge, hauptamtliche DRK-Stellen aufzustocken, entscheiden", sagte der Vorstand des Landesvorstands, Torsten Geerdts, am Dienstag. "Genauso schnell wie die Flüchtlingszahlen in den Erstaufnahme-Einrichtungen des Landes steigen, müsste auch die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter angepasst werden", sagte Geerdts. Zuvor hatte NDR 1 Welle Nord berichtet.

Als nur ein Beispiel nannte er die erst vor zwei Wochen in Betrieb genommene provisorische Erstaufnahmeeinrichtung am Kieler Nordmarksportfeld. Dort seien inzwischen bis zu 850 Menschen untergebracht, obwohl maximal 500 in dem Containerdorf hätten wohnen sollen. Das DRK betreut laut Geerdts Flüchtlinge in zehn schleswig-holsteinischen Einrichtungen. Die Zahl der hauptamtlichen Mitarbeiter liege bei 10 bis 35 je Einrichtung. Die Zahl der Menschen, die als ehrenamtliche Helfer sich engagieren oder engagieren wollen, sei auf 801 gestiegen. "Mit ehrenamtlichen Kräften allein ist aber die Betreuung der Flüchtlinge nicht zu schaffen."

Am Dienstagvormittag flaute der Flüchtlingsandrang nach Angaben der Bundespolizei in Bahnhöfen und Fährhäfen im Norden etwas ab. Im Hamburger Hauptbahnhof seien am Morgen etwa 100 Flüchtlinge gewesen, deutlich weniger in Flensburg. Im Kieler Hauptbahnhof waren nach Mitternacht laut Landespolizei rund 150 Flüchtlinge angekommen, die vermutlich mit Fähren nach Skandinavien weiterreisen wollten.

Mit einem Bündel an Forderungen wandten sich die Kreispräsidenten ans Land. Die Landesregierung müsse weitere Erstaufnahmekapazitäten schaffen und Flüchtlinge ohne Bleibeperspektive nicht weiter auf die Kommunen verteilen, forderten die Kreispräsidenten. Eine Stellungnahme des Innenministeriums lag am Dienstag zu den Ergebnissen des Treffens vom Vortag zunächst nicht vor.

Voraussetzung zur Bewältigung der Flüchtlingsproblematik in den Kreisen und Kommunen ist nach Auffassung der Kreispräsidenten, dass den Kommunen noch im laufenden Jahr 2015 erheblich mehr Mittel von staatlicher Seite zur Verfügung gestellt werden. Die derzeitige Kommunikation zwischen Land und Kommunen bei der Bewältigung der anfallenden Probleme ist nach Auffassung der Kreispräsidenten stark verbesserungsbedürftig. Zudem brauche die Bevölkerung dringend Signale vom Bund und der Europäischen Union, dass künftig nicht jeder Bedürftige in Deutschland aufgenommen werden könne.

Unterdessen forderte der CDU-Landtagsfraktionsvorsitzende Daniel Günther eine generelle Unzulässigkeit von Asylfolgeanträgen. "In Deutschland gibt es Asylbewerber, die mittlerweile ihren 18. Antrag gestellt haben und versuchen, diesen über die Gerichte durchzusetzen. Das überlastet Behörden und Gerichte", sagte Günther.

In Hamburg ist das Schauspielhaus am Hauptbahnhof auch zu einem Anlaufpunkt für Flüchtlinge geworden. Zwischen 30 und 60 Flüchtlinge kämen dort jede Nacht unter, sagte ein Sprecher des Theaters. Die Hilfsaktion sei "aus einer ganz spontanen Notlage heraus entstanden", als fast 300 Flüchtlinge während der Ausschreitungen am Hauptbahnhof am vergangenen Samstag im Theater Schutz suchten und rund 60 von ihnen über Nacht blieben.

dpa

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