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Lehrerbesoldung wird reformiert

Weiterführende Schulen Lehrerbesoldung wird reformiert

Nach der Schulreform geht Schleswig-Holsteins Bildungsministerin Ernst die Besoldung der Lehrer an. Kostenpunkt 30 Millionen Euro. Draußen vor bleiben die Grundschullehrer. Denn: Gleicher Lohn für gleiche Arbeit gilt nur an weiterführenden Schulen.

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„Alle neuen Lehrkräfte an weiterführenden Schulen in Schleswig-Holstein werden künftig als Einstiegsgehalt A13 bekommen“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch bei der ersten Beratung eines entsprechenden Gesetzentwurfs im Landtag.

Quelle: Axel Heimken

Kiel. Schleswig-Holstein will künftig alle neuen Lehrer an weiterführenden Schulen gleich bezahlen — unabhängig davon, ob sie an Gymnasien oder an Gemeinschaftsschulen unterrichten. „Alle neuen Lehrkräfte an weiterführenden Schulen werden künftig als Einstiegsgehalt A13 bekommen“, sagte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) am Mittwoch bei der ersten Beratung ihres Gesetzentwurfs im Landtag.

Nach A12 bekommt ein 30 Jahre alter Lehrer derzeit ein Brutto-Grundgehalt von rund 3200 Euro, nach A13 wären es dagegen knapp 3600 Euro. Für die Grundschullehrer ändere sich hingegen nichts. Die CDU spricht deshalb von einer „glatten Fehlleistung“, die Piraten von „Mumpitz“.

Konkret profitieren von der Reform mehr als 2000 Pädagogen. Die früheren Grund- und Hauptschullehrer müssen zuvor allerdings eine Fortbildung absolvieren.

Zu der Nichteinbeziehung der Grundschullehrer sagte Ernst: „Das fällt uns nicht leicht.“ „In allen Bundesländern werden Grundschullehrer nach A12 besoldet.“ Es sei deshalb nicht vertretbar, dass in dieser Frage ausgerechnet das finanzschwache nördlichste Bundesland vorpresche.

Ernst beziffert die Mehrkosten für die Angleichung der Besoldung an den weiterführenden Schulen auf 11 Millionen Euro. Unter Berücksichtigung der Vorsorge koste das Reformpaket 30 Millionen Euro, sagte Ernst. Sie versicherte: „Diese Finanzierung geht nicht zulasten der Unterrichtsversorgung.“

Die Pläne der Koalition sehen vor, neue Sekundarschullehrer genauso zu besolden wie die Pädagogen an Gemeinschaftsschulen und die bisherigen Realschullehrer. Lehrer mit zwei Fächern in Sekundarstufe II sollen wie die heutigen Gymnasiallehrer eingestuft werden und eine Stellenzulage erhalten.

Die Opposition und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) kritisierten die Besoldungspläne der Koalition scharf. Die Landesregierung sei nicht bereit, von ihren „zutiefst ungerechten Plänen abzurücken“, sagte GEW-Landesgeschäftsführer Bernd Schauer der Deutschen Presse-Agentur. Die Ausbildung von Grundschullehrern dauere schließlich genauso lange wie bei Gemeinschaftsschullehrern.

Die CDU-Bildungspolitikerin Heike Franzen warf der Regierung vor, sie benachteilige die Lehrer an den Grundschulen. „Diese Besoldung bringt keine Ruhe, sondern eine Zwei-Klassen-Gesellschaft in die Lehrerzimmer.“ Auf eine einheitliche Besoldung komme es der Koalition gar nicht an und dies sei auch nicht gewollt. „Wer den Einheitslehrer will, der muss ihn aber auch einheitlich besolden.“ Die Koalition setze schlicht ihre Versprechen nicht um.

Die FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn äußerte rechtliche Bedenken an der Besoldungsstruktur. Sie geht davon aus, dass die Verbände Klage einreichen. Der SPD-Bildungspolitiker Martin Habersaat verteidigte die Pläne zu den Grundschullehrern. „Wir würden das gerne wollen, wir können das aber momentan nicht.“ Das Gesetz soll zu Beginn des zweiten Schulhalbjahres Anfang Februar 2016 in Kraft treten.

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Foto: Sollen Lehrer unterschiedlich viel verdienen? Die Gewerkschaften wehren sich dagegen.

Die neue Lehrerbesoldung, die im Landtag Anfang kommenden Jahres verabschiedet werden soll, stößt bei Vertretern von Gewerkschaften und Lehrerverbänden durchweg auf Ablehnung. Nach der Gewerkschaft GEW drohte am Donnerstag auch der Philologenverband mit einer Klage.

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