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Pläne des Landes stoßen auf Kritik

Mit Karten Pläne des Landes stoßen auf Kritik

Das Tauziehen beginnt: Ministerpräsident Torsten Albig (SPD) hat am Dienstag die Entwürfe der neuen Windenergie-Regionalpläne präsentiert und umgehend Kritik geerntet. Zwei Prozent der Landesflächen werden demnach als Vorranggebiete für Turbinen reserviert.

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Die Zahl der Windräder soll bis 2025 von 3100 auf 3600 steigen.

Quelle: Frank Peter

Kiel. Bis 2025 sollen 500 Windmühlen zusätzlich entstehen, allerdings nur noch auf dafür vorgesehenen Flächen. Albig sprach von einer Verbotsplanung, die Schluss mit Wildwuchs mache: Auf 98 Prozent der Landesflächen sei Windenergienutzung untersagt.

Regionalpläne

Die Karten zeigen die Entwürfe der Teilaufstellung der Regionalpläne zum Sachthema Wind, wie sie von der Landesregierung beschlossen werden.

„Nichts ist in Stein gemeißelt. Alle Argumente werden geprüft und gewichtet“, versprach der Regierungschef, bremste aber allzu große Erwartungen. „Ohne Belastung wird es nicht gehen. Wir werden von diesen Veränderungen, die mehr Windräder bedeuten, etwas merken.“ Albig bezog sich auf das aktuelle Urteil des Bundesverfassungsgerichtes, das am Morgen Energiekonzernen wegen des beschleunigten Atomausstiegs nach der Fukushima-Katastrophe eine „angemessene“ Entschädigung zuerkannt hatte. Es müsse Deutschlands Anspruch sein, nicht nur Dienstleistungs-, sondern auch Industriegesellschaft zu bleiben. „Wenn es uns gelingt, Atomstrom so zu ersetzen, dass unsere Energielandschaft weiterhin funktioniert, wird die Welt unseren Weg nachzeichnen.“ Politisches Ziel sei es, in ein paar Jahren die Stromproduktion aus Windkraft in Schleswig-Holstein von derzeit 6,5 auf zehn Gigawatt zu steigern.

"Sonst wird es Stress geben"

Die Karten sind auch im Internet unter www.schleswig-holstein.de  zu finden. Gleich nach Weihnachten schaltet die Regierung dort auch ein Beteiligungstool scharf: Bürger haben bis Ende Juni 2017 die Möglichkeit, für jedes Flurstück etwaige Einwände zu formulieren. Erste Proteste gibt es aus den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön.

Basis für die Raumplanung war ein umfangreicher Katalog mit harten und weichen Tabukriterien, der wie ein Netz einheitlich über die gesamte Landesfläche gelegt wurde. Ausbaukritiker kündigen für Freitag bereits den Start zweier Volksinitiativen an. Darin geht es um größere Abstände zu Wohnhäusern und um ein größeres Gewicht von Gemeindevoten. Doch auch Ausbaubefürworter wie Reinhard Christiansen vom Landesverband Windenergie fordern bereits Korrekturen. „Sonst wird es Stress geben“, sagte er. „Wir können Vorreiter für die Welt sein. Die Protestler sind nicht die Mehrheit der Bevölkerung.“

Während sich Vertreter von SPD, Grünen und SSW wohlwollend äußerten, warf Oliver Kumbartzky (FDP) der Regierung „Energiewende mit der Brechstange“ vor. 2016 hätten Windräder nicht gebrauchten Strom von über 300 Millionen Euro produziert. CDU-Chef Daniel Günther hielt Albig vor, einen Keil zwischen die Menschen zu treiben.

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Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

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