16 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
Landtag hält an 800-Meter-Abstand fest

Windkraft-Streit Landtag hält an 800-Meter-Abstand fest

Der Ausbau der Windkraft entwickelt sich zum Streitthema Nummer 1. Im Landtag lieferten sich die Fraktionen dazu am Mittwoch einen heftigen Schlagabtausch. Im Zentrum stand die Forderung der Opposition, die Mindestabstände zu erhöhen.

Voriger Artikel
Umstrittenes Hilfspaket für die Natur
Nächster Artikel
Flüchtlinge kommen leichter an Studienplätze in Hamburg

Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne): „Woher sollen die Flächen denn kommen? Windräder brauchen zwar Wind, aber auch Boden.“

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Die Koalition von SPD, Grünen und SSW sowie die Piratenfraktion schmetterten den Antrag jedoch ab. Windräder müssen von festen Siedlungen somit auch künftig nicht weiter als 800 Meter entfernt sein. Zu Einzelhäusern und Splittersiedlungen im Außenbereich liegt der Mindestabstand weiter bei 400 Meter. Die CDU hatte sich dafür stark gemacht, den Abstand auf 1200 Meter zu festen Siedlungen und auf 500 Meter im Außenbereich zu erhöhen. „Energiewende gelingt nur mit größtmöglicher Akzeptanz“, sagte die Abgeordnete Petra Nicolaisen.

Habeck: CDU-Forderung ist "blanker Populismus"

Energiewendeminister Robert Habeck (Grüne) wies die Forderungen als „blanken Populismus“ zurück. Würde man ihnen folgen, käme das einem Ausbaustopp gleich. Demnach blieben am Ende nur noch 0,3 Prozent der Landesfläche für Windkraft übrig. Politisch gewollt sind zwei Prozent, um so viel Strom zu erzeugen wie mit den Atomkraftwerken in Schleswig-Holstein. Habeck: „Wer größere Abstände will, muss sagen, an welchen anderen Stellen er weniger Schutz will.“ Für ihn stelle sich die Grundsatzfrage, ob die Opposition die Energiewende aussetzen wolle.

Die FDP forderte, auch den „charakteristischen Landschaftsraum“ als Tabukriterium in die Regionalplanung aufzunehmen, die Höhe moderner Anlagen bei den Mindestabständen zu berücksichtigen und die Beteiligung von Bürgern sicherzustellen. „Die Landesregierung muss ihren Winderlass dringend überarbeiten“, sagte Oliver Kumbartzky. Die Schleswig-Holsteiner sind bei dem Thema ähnlich gespalten wie der Landtag. Wie berichtet sind laut einer Forsa-Umfrage der Kieler Nachrichten und der Lübecker Nachrichten 49 Prozent der Befragten für den Bau weiterer Anlagen, 47 Prozent sind dagegen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Christian Hiersemenzel
Landeshaus-Korrespondent

Mehr zum Artikel
Kommentar

Top oder Flop? Dass beides möglich ist – diese Erfahrung machte Robert Habeck am Mittwoch im Landtag. Am Vormittag konnte der Umweltminister mit dem Landesnaturschutzgesetz sein wichtigstes Projekt gegen die Oppositionsstimmen durchbringen, am Nachmittag strauchelte der Grüne in der Debatte um den Ausbau der Windenergie.

Kostenpflichtiger Inhalt mehr
Mehr aus Nachrichten: Politik 2/3