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Putin schlägt Blatter für Nobelpreis vor

Trotz Korruptionsskandal Putin schlägt Blatter für Nobelpreis vor

Es klingt nach Satire, doch es ist kein Scherz: Russlands Präsident Wladimir Putin fordert den Nobelpreis für FIFA-Chef Sepp Blatter und andere.

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Sepp Blatter (li.) und Wladimir Putin während der Auslosung der Qualifikationsgruppen für die Fußball-WM 2018 in St. Petersburg.

Quelle: Marcus Brandt/dpa

Moskau. In einem Interview mit dem Schweizer Fernsehsender RTS sagte Wladimir Putin: „Ich meine, Menschen wie Herr Blatter oder die Leiter anderer internationaler Sportorganisationen oder der Olympischen Spiele sollten besondere Anerkennung erfahren. Wenn es jemanden gibt, der den Nobelpreis verdient, dass sind es diese Leute.“ Diese Meinung teilen nicht viele. Blatter steht wegen der Korruptionsenthüllungen durch die US-Justiz in der Kritik. Ende Mai waren hochrangige Fifa-Funktionäre wegen des Verdachts der Annahme von mehr als 100 Millionen Dollar Bestechungsgeld festgenommen worden. Inzwischen wird auch geprüft, ob bei der Vergabe der Weltmeisterschaften 2018 an Russland und 2022 an Katar alles mit rechten Dingen zuging.

Den Vorwürfen, Blatter sei persönlich in Korruption verwickelt, schenke er keinen Glauben, betonte Wladimir Putin. Der russische Präsident warf den USA vor, im Zuge der Ermittlungen gegen die FIFA die US-Gesetzgebung willkürlich auf andere Länder auszudehnen - etwa auf die Schweiz. Es dränge sich weiterhin der Verdacht auf, dass die WM-Gastgeber Russland und Katar mit dem Skandal aus dem Rennen gedrängt werden sollten. „Was wie ein Kampf gegen Korruption aussieht, zwingt mich, darüber nachzudenken, ob es nicht eine Fortsetzung des Kampfes um die Weltmeisterschaften 2018 und 2022 ist“, sagte der Präsident. Kein Land der Welt dürfe Menschen aus anderen Staaten „einfach packen und zu sich ins Gefängnis schleppen“, kritisierte Putin. „Das ist unannehmbar.“

Im Kurznachrichtendienst Twitter sind die User fassunglos. Unter dem Hashtag #Blatter äußerten sie - teils ironisch - ihr Unverständnis gegenüber Putins Entscheidung:





mit dpa

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Ein Artikel von
Tanja Köhler
Ressortleiterin Digitale Angebote

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