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Zeitarbeitsfirmen: Integration von Flüchtlingen

Arbeitsmarkt Zeitarbeitsfirmen: Integration von Flüchtlingen

Die Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt ist eine große Herausforderung für Wirtschaft und Arbeitsagentur. Das Ein-Euro-Job-Programm für Flüchtlinge etwa ist nur schleppend angelaufen. Jetzt wollen sich Zeitarbeitsfirmen verstärkt engagieren.

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Quelle: J.-U. Koch/Archiv

Hamburg. Die Zeitarbeitsfirmen in Hamburg wollen sich um eine verstärkte Integration von Flüchtlingen in den Arbeitsmarkt bemühen, warnen aber gleichzeitig vor überzogenen Erwartungen. "Die Personaldienstleister zeigen seit Jahren, dass sie auch schwierigere Gruppen wie Langzeitarbeitslose oder Geringqualifizierte in Lohn und Brot bringen können", sagte Ute Schoras, Chefin der Zeitarbeitsfirma Jobpower, in einer Veröffentlichung der Handelskammer Hamburg. "Außerdem bringen wir interkulturelle Kompetenzen mit, denn der Ausländeranteil in der Zeitarbeit ist mit über 24 Prozent mehr als doppelt so hoch wie auf dem Gesamtarbeitsmarkt."

Zeitarbeit könne aber nur einen Beitrag zur Integration der Flüchtlinge leisten. "Unsere Branche wird definitiv nicht sämtliche Geflüchtete in den Arbeitsmarkt integrieren können", sagte Schoras. Dazu sei die Branche mit bundesweit 950 000 Beschäftigten zu klein. "Bei aller Erfahrung werden es auch die Personaldienstleister nicht schaffen, Geflüchtete ohne gewisse Grundqualifikationen und ohne entsprechende Deutschkenntnisse in den Arbeitsmarkt zu integrieren", erklärte Schoras, die ihre Branche auch in den Gremien der Handelskammer vertritt. "Das Erlernen der deutschen Sprache ist dabei das A und O, ohne das es definitiv nicht geht."

Asylberechtigte und anerkannte Flüchtlinge können nach drei Monaten als Zeitarbeiter beschäftigt werden. Hamburg zählt zudem zu den begünstigten Arbeitsamtsbezirken, in denen das auch für nicht anerkannte Flüchtlinge, Asylbewerber und Geduldete gilt.

Nach Angaben der Arbeitsagentur waren im September 4205 Flüchtlinge allein in Hamburg arbeitslos gemeldet. Die Hauptherkunftsländer waren demnach Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Iran, Irak, Pakistan und Nigeria.

dpa

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