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Ankunftszentren für Flüchtlinge starten später

Zu wenig Personal Ankunftszentren für Flüchtlinge starten später

Die geplanten Ankunftszentren für Flüchtlinge können in Schleswig-Holstein nicht wie vorgesehen Anfang Mai öffnen. Das bestätigte das Innenministerium auf Anfrage der Kieler Nachrichten. Verantwortlich dafür ist das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF).

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Erstaufnahme wie hier in Neumünster war gestern – das BAMF plant Ankunftszentren, hat dafür aber noch zu wenig Personal.

Quelle: Karsten Leng

Kiel. Die Behörde hat für die Zentren, in denen es Asyl-Eilverfahren geben soll, bisher nur einen Bruchteil der erforderlichen Mitarbeiter anheuern können. „Wir sind zuversichtlich, dass das benötigte Personal noch kommt“, sagte Ministeriumssprecher Patrick Tiede. Die Starttermine für die Ankunftszentren wurden bereits verschoben. Nach neuen Plänen soll das Zentrum in Neumünster spätestens Pfingsten öffnen, also Mitte Mai. Die Außenstelle in Boostedt soll bis Ende Mai folgen. Vermutlich erst danach kann das zweite Ankunftszentrum in Glück-stadt in Betrieb gehen. Die Außenstelle in Rendsburg wird noch hergerichtet und könnte bei Bedarf im Sommer öffnen.

Auf Anfrage unserer Zeitung hatte das BAMF noch Anfang April mitgeteilt, dass alle Ankunftszentren und Außenstellen voraussichtlich am 1. Mai öffnen werden. Nach einem vertraulichen BAMF-Bericht war allerdings schon damals klar, dass es bundesweit zu Verzögerungen kommen wird, weil es an Mitarbeitern mangelt. So waren Anfang April von 5551 benötigen Stellen für „dezentral operativ tätiges Personal“ in Deutschland nur 3572 besetzt. Für weitere 1000 Jobs gab es Einstellungszusagen.

Die größte Lücke klaffte dabei mit einem Fehlbedarf von mehr als 60 Prozent in Schleswig-Holstein. Von 190 benötigten Stellen waren nur 61 besetzt. Für weitere elf gab es Zusagen. Laut Statistik hakte es unter anderem auch in Hessen. In anderen Ländern, etwa Niedersachsen, konnten erste Zentren inzwischen öffnen. Von der insgesamt bitteren BAMF-Zwischenbilanz zeigt sich das Innenministerium in Kiel nicht sonderlich überrascht. „Es gab in der Vergangenheit zahlreiche Ankündigungen des BAMF, auf die in der Praxis meist wenig folgte.“

Die Ankunftszentren sollen Asyl-Eilverfahren möglich machen. Geplant ist, neue Flüchtlinge binnen 48 Stunden medizinisch zu checken, die Identität zu klären sowie den Asylantrag zu prüfen und zu entscheiden. Dieses Verfahren soll bei etwa der Hälfte der Flüchtlinge zum Einsatz kommen - bei denen mit sehr guter Bleibeperspektive (etwa Syrien) und denen mit einer eher schlechten Asylchance (etwa Albanien). Schwierigere Fälle (etwa Afghanistan) sollen eingehender geprüft werden.

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Ein Artikel von
Ulf B. Christen
Landeshaus-Korrespondent

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