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Eltern wünschen sich wieder den Rat der Lehrer

Schulartenempfehlung Eltern wünschen sich wieder den Rat der Lehrer

Erst im vergangenen Jahr war die Schulartempfehlung abgeschafft worden. Jetzt fordert der Landeselternbeirat für Grund- und Förderschulen die Rückkehr. Viele Eltern, die in diesen Tagen entscheiden müssen, wie es nach der vierten Klasse weitergehen soll, seien massiv verunsichert.

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Katrin Engeln, frisch gewählte Vorsitzende des Landeselternbeirats für Grundschulen und Förderzentren

Quelle: Frank Peter

Kiel. „Wenn Grundschullehrer Eltern zwar beraten, dabei aber zu keiner Schulart konkret raten dürfen, ist das eine absurde Situation“, erklärte die Beiratsvorsitzende Katrin Engeln. Um die Unsicherheit bei Lehrern und Eltern zu beseitigen, sei die Wiedereinführung der Empfehlungen erforderlich. Nach Angaben des Schulministeriums wechseln rund 23000 Grundschüler nach den Sommerferien auf weiterführende Schulen.

 Rückenwind für ihre Forderung bekommt die Elternvertretung von der Opposition im Landtag. Aus Sicht der bildungspolitischen Sprecherin der CDU-Fraktion, Heike Franzen, zeigten aktuelle Rückmeldungen von Eltern: „Die von SPD und Grünen verantwortete Abschaffung der Empfehlungen war ein Fehler.“ Ähnlich äußert sich die FDP. „Die wichtigen und von Eltern gewünschten Anhaltspunkte für die richtige Schulwahl wird schließlich von erfahrenen und und verantwortungsvollen Gundschullehrern ausgesprochen“, betont FDP-Bildungspolitikerin Anita Klahn.

 Die Regierungsfraktionen halten dagegen: Die Empfehlungen hätten im Vorfeld zu großem Druck auf Grundschüler mit Nachhilfestunden oder zu juristischen Einwendungen von Eltern geführt. Das sei der pädagogischen Arbeit an Grundschulen „nicht dienlich“, erklärt der SPD-Schulexperte Martin Habersaat. Die Kieler Landtagsabgeordnete Anke Erdmann (Grüne) ergänzt: Viele der Empfehlungen seien vielfach „nicht treffsicher“ gewesen. Dies habe unter anderem eine langjährige Erhebung der Gemeinschaftsschulen mit Oberstufen in Schleswig-Holstein ergeben.

 Schulministerin Britta Ernst hält die Abschaffung der Empfehlungen und deren Ersatz durch Entwicklungsberichte sowie verbindliche Elterngespräche nach wie vor für „gut und richtig“: „Ich kann mir heute nicht mehr vorstellen, dass Eltern eine Beschneidung ihres Willens akzeptieren würden.“ Die Anmeldezahlen an weiterführenden Schulen im vergangenen Jahr hätten gezeigt, dass Eltern mit dieser Entscheidung verantwortungsvoll umgingen. So habe der von Kritikern prognostizierte Ansturm auf die Gymnasien nicht stattgefunden. So blieb die Zahl der Anmeldungen an den Gymnasien im vergangenen Jahr mit 9637 im Vergleich zum Vorjahr mit 9514 nahezu konstant. Einen starken Anstieg von 11631 auf 13398 Anmeldungen verzeichneten hingegen die Gemeinschaftsschulen. Hauptgrund dafür ist, dass die auslaufenden Regionalschulen keine Schüler mehr aufnahmen.

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Jürgen Küppers zu Schulartenempfehlungen

Um es gleich vorweg zu nehmen: Schriftliche Schulartempfehlungen sind keine tauglichen Kompasse zur Orientierung in der Schullandschaft (mehr). Nicht, dass sie in den meisten Fällen in die falsche Richtung gezeigt hätten.

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