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Piraten gehen auf Distanz zu Schmidt

Kiel Piraten gehen auf Distanz zu Schmidt

Showdown bei den Piraten: Am Dienstagnachmittag will die Landtagsfraktion einen neuen Vorstand wählen. Um 15 Uhr treffen sich die sechs Abgeordneten hinter verschlossenen Türen zunächst zu einer vertraulichen Sitzung.

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Pirat Torge Schmidt ist in den eigenen Reihen zusehends in die Kritik geraten.

Quelle: Thomas Eisenkrätzer

Kiel. Ab 17 Uhr ist die Veranstaltung dann öffentlich. „Ich wünsche, dass wir uns im besten Sinne des Wortes zusammenraufen“, sagte der Abgeordnete Wolfgang Dudda gestern im Vorfeld des Treffens. Die Fraktion müsse ihre Fähigkeit zur Einigung unter Beweis stellen. Zu dem Treffen werden auch zahlreiche Mitglieder der Parteibasis erwartet.

Vor einer Woche war der bisherige Fraktionsvorsitzende Torge Schmidt gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Angelika Beer und dem Parlamentarischen Geschäftsführer Sven Krumbeck zurückgetreten. Der Grund: Nach eigenen Angaben hatte man in der Fraktion keine Mehrheit für ein Konzept bekommen, mit dem der Wiedereinzug in den Landtag bei der Wahl 2017 angestrebt werden sollte. Christian Thiessen, Landesvorsitzender der Piraten, bezeichnete den Rücktritt gestern als überstürzt: „Das war eine Impulshandlung und mit Sicherheit nicht der richtige Stil.“ Er hätte sich gewünscht, dass sich die Abgeordneten mehr Zeit lassen, um ihre internen Probleme zu lösen. Thiessen hält zudem wenig von einer neuerlichen Kandidatur Schmidts, wie sie sich in den vergangenen Tagen angedeutet hat: „Das wäre der Basis nur sehr schwer zu vermitteln. Ich würde in dieser schwierigen Situation einen Konsenskandidaten bevorzugen.“

Schmidt hat bei der Basis nicht erst einen schwierigen Stand, seitdem er im vergangenen Jahr als Fraktionschef Anspruch auf einen Dienstwagen erhoben hat. Viele Piraten werfen ihm eine „grundsätzliche Top-Down-Mentalität“ vor. In der Fraktion gilt er zudem nicht mehr als mehrheitsfähig. Als Favorit auf den Posten gilt Uli König, auch Dudda werden Chancen eingeräumt.

Sollten sich die Abgeordneten auf keinen neuen Vorstand einigen können, soll ein kommissarischer Vertreter gewählt werden, der die Fraktion zunächst nach außen vertritt. Angelika Beer verspricht schon jetzt ein schnelles Ende einer solchen Zwischenlösung: „Bis zum Landesparteitag im September werden wir die Sache gelöst haben.“

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Ein Artikel von
Patrick Tiede
Redaktion Lokales Kiel/SH - Landeshaus-Korrespondent

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Foto: Falls Fraktionschef Torge Schmidt (Foto) noch mehr Macht erhält, hat Wolfgang Dudda mit seinem Ausstieg gedroht.

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