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180 000 Euro an Trickbetrüger übergeben

Lübeck 180 000 Euro an Trickbetrüger übergeben

Eine 80-Jährige aus Lübeck hat Trickbetrügern Bargeld in Höhe von 180 000 Euro übergeben. Das teilte die Polizei Lübeck am Donnerstag mit und warnt vor solchen nicht nur lokal agierenden Tätergruppen.

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Die Polizei Lübeck warnt vor Trickbetrügern, die sich als BKA-Beamte ausgeben.

Quelle: Sven Janssen (Symbolbild)

Lübeck. Die 80-jährige Lübeckerin wurde seit Ende November immer wieder von einem Täter angerufen, der sich ihre gegenüber als BKA-Beamter "Kommissar Sturm" ausgab. Er teilte ihr mit, dass in der Nähe ihres Wohnhauses bulgarische Straftäter festgenommen worden seien, bei denen die Kontodaten der Lübeckerin gefunden wurden.

Der Anrufer gab vor, dass nun die Gefahr bestehe, dass ihre Konten leergeräumt würden. Deshalb habe man das BKA eingeschaltet. Der vermeintliche BKA-Beamte riet der Frau, sämtliche Gelder von ihren Konten abzugeben und zu Hause sicher zu verwahren.

Die Lübeckerin glaubte dem Anrufer, auch weil er sie immer wieder anrief und Fälle nannte, bei denen andere Personen bereits ihr Vermögen verloren hätten. Der vermeintliche "BKA-Beamte" erwähnte auch, dass eine "alte Dame" sogar irgendwo "abgestochen" worden wäre, damit die "Täter" an das Geld kommen. Der Anrufer nannte bei seinem ersten Anruf zudem als Rückrufnummer "0451-110". Manche Täter nutzen auch das als "Call-ID-Spoofing" bekannte Verfahren, in dem die Rufnummern in tatsächlich existierende Telefonnummern umgewandelt werden und bei den Angerufenen im Display erscheinen.

Die 80-Jährige wurde regelrecht terrorisiert mit den Anrufen und selbst wenn sie das Telefonat beendet hatte, wurde sie gleich wieder zurückgerufen und verunsichert. Aus Angst um ihre Angehörige vertraute sie sich niemandem an.

Schließlich übergab sie am Donnerstag, 3. Dezember, und am Sonnabend, 5. Dezember, 100 000 und 80 000 Euro an zwei unterschiedliche Geldabholer. Bei der zweiten Geldübergabe wurde ihr ein Umschlag übergeben mit dem Hinweis, es seien ihre 100 000 Euro, die angeblich durch das BKA überprüft und markiert worden seien. Daraufhin übergab sie das restliche Geld. Erst später stellte sie fest, dass in dem Umschlag lediglich ein Stapel Zettel war.

Daraufhin wandte sich die Rentnerin an ihre Angehörige, die die Polizei einschalteten.

Die Polizei warnt insbesondere ältere Menschen vor solchen Betrügern. Und bittet darum, keinen fremden Personen Geld zu übergeben und Bedenken vertrauten Personen mitzuteilen. Außerdem sollten Telefonnummern immer durch beispielsweise einen Rückruf geprüft werden. Denn Polizeirufnummern sind stets öffentlich und nachvollziehbar. Zweifelhafte Anrufe sollen immer direkt an die örtlichen Polizeidienststellen gemeldet werden. 

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KN-online (Kieler Nachrichten)

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