21 ° / 10 ° wolkig

Navigation:
„Golden Pudel Club“: Brandstiftung vermutet

Hamburg „Golden Pudel Club“: Brandstiftung vermutet

150 Menschen halten sich am frühen Morgen im Hamburger Szenelokal „Golden Pudel Club“ auf, als ein Feuer ausbricht. Polizisten entdecken die Flammen, es wird niemand verletzt. Das Ergebnis der ersten Ermittlungen lautet: vorsätzliche Brandstiftung.

Voriger Artikel
Betrunkener fährt in Schlangenlinien über die Autobahn
Nächster Artikel
Betrunkener fährt mit Auto gegen Baum

Die Flammen griffen auf den Dachstuhl des Szeneclubs über, in dem sich nach neuen Angaben rund 150 Menschen aufhielten.

Quelle: Daniel Bockwoldt/dpa

Hamburg. Gut zwei Monate vor einer angesetzten Zwangsversteigerung ist der „Golden Pudel Club“ am Hamburger Fischmarkt durch ein Feuer verwüstet worden. Nach einer ersten Untersuchung des Brandorts gehen die Ermittler von einer vorsätzlichen Brandstiftung aus, wie ein Polizeisprecher am Sonntag mitteilte. Wer den Brand gelegt haben könnte, sei noch nicht bekannt. Polizeibeamte hatten am frühen Sonntagmorgen Feuer in einem Anbau des Clubs am St.-Pauli-Fischmarkt bemerkt. Die Flammen griffen auf den Dachstuhl des Szenelokals über, in dem sich rund 150 Menschen aufhielten. Sie konnten sich alle in Sicherheit bringen, niemand wurde verletzt.

Die Feuerwehr war mit rund 50 Brandbekämpfern vor Ort und deckte auch Teile des Dachs ab, um Glutnester zu finden. Die Höhe des Schadens steht noch nicht fest. Das ursprünglich mehr als 100 Jahre alte Gebäude am Hafen ist aufgrund des Brandes und des Löschwassers vorerst nicht nutzbar. Der Dachstuhl ist nach Einschätzung der Bauprüfabteilung des Bezirksamts Altona teilweise einsturzgefährdet.

Für den 20. April war die Versteigerung des Gebäudes mit einem Verkehrswert von 510 000 Euro angesetzt. Der Mitbesitzer Wolf Richter hatte die Teilungsversteigerung erwirkt, wie das „Hamburger Abendblatt“ berichtete. Gegen die Teilungsversteigerung positionierte sich der „Pudel Verein für Gegenkultur“, der sich die „Erhaltung selbstbestimmter Urbanität insbesondere auf dem Gelände des Golden Pudel Clubs“ zum Ziel gesetzt hat.

Richter hatte das Gebäude 2008 zusammen mit dem Künstler Rocko Schamoni gekauft. Schamoni betrieb den über die Grenzen Hamburgs hinaus bekannten „Golden Pudel Club“ im Untergeschoss, sein alter Freund Richter das Café im oberen Stockwerk. Hunderte Schaulustige machten sich noch am Sonntagmorgen ein Bild von der Zerstörung und standen vor den rauchenden Überresten des Clubs.

Ende der 80er Jahre hatten Schamoni und der Sänger Schorsch Kamerun den „Pudel Club“ in einer „Nachtschwärmerboutique“ auf St. Pauli gegründet. Mitte der 90er Jahre zog der Club an seinen heutigen Standort und benannte sich in „Golden Pudel Club“ um. Für die Musiker der Hamburger Schule wurde er ebenso zum zweiten Wohnzimmer wie für viele prominente DJs und Künstler, die dem Kultclub zu deutschlandweiter Bekanntheit verhalfen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Aktuelle Polizeimeldungen 2/3