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Abgas-Vorwürfe gegen Opel weiten sich aus

Deutsche Umwelthilfe Abgas-Vorwürfe gegen Opel weiten sich aus

Erst der Zafira, dann der Astra: Umweltschützer haben nach eigenen Angaben Belege dafür, dass auch Opel bei der Abgasreinigung gezielt manipuliert. Der Autobauer will das so nicht stehen lassen.

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Opel bekräftigt, man habe keine Software eingesetzt, die feststellt, ob ein Auto einem Abgastest unterzogen wird.

Quelle: Marc Tirl/dpa

Berlin/Rüsselsheim. Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) verschärft ihre Vorwürfe gegen den Autobauer Opel, die Abgasreinigung bei Dieselmodellen manipuliert zu haben. Bei einem Astra hätten Messungen auf der Straße „alarmierende Werte und Abschalteinrichtungen“ offenbart, teilte die Umweltorganisation am Freitag in Berlin mit.

Tags zuvor hatte die DUH ähnliche Vorwürfe im Zusammenhang mit einem getesteten Opel Zafira erhoben. Beide CDTi-Modelle haben eine 1,6-Liter-Maschine. Der Verein will Opel wegen Verbrauchertäuschung belangen. Das Rüsselsheimer Unternehmen hatte am Donnerstag bekräftigt, man habe keine Software eingesetzt, die feststellt, ob ein Auto einem Abgastest unterzogen wird. Zu den übrigen Vorwürfen hielt sich Opel zunächst bedeckt.

„Der Opel Zafira arbeitet zu 90 Prozent der Zeit in einem nicht-legalen Modus“, sagte Umwelthilfe-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Abgasreinigung werde je drei Grad über und unter dem Laborprüf-Temperaturbereich von 20 bis 30 Grad Celsius deaktiviert - außerdem über Tempo 140, bei bestimmten Luftdruck-Werten und Motordrehzahlen. „Das ist für uns vorsätzliches Verhalten.“ Auch bei 20 bis 30 Grad Außentemperatur zeigten der betreffende Zafira und Astra bei Straßenmessungen der Umwelthilfe überhöhte Stickstoffwerte.

Der Verein forderte von Opel bis zum Mittwoch kommender Woche eine Erklärung dazu, irreführende Werbeaussagen zu unterlassen. Andernfalls werde Klage eingereicht. Zudem erstattete die Umwelthilfe am Freitag nach eigenen Angaben Strafanzeige gegen den Autobauer unter anderem wegen Falschaussagen und Gesundheitsgefährdung.

Die Anzeige beziehe sich auf den Zafira, den Astra und auch den Insignia. Letzteren hat der Verein aber noch nicht selbst getestet.

„Motoren werden modellübergreifend entwickelt und eingesetzt“, erklärte Resch. „Es geht einfach um Profitmaximierung“, meinte er zu den mutmaßlichen Motiven im Diesel-Skandal. Dabei habe jahrelange „Kumpanei“ mit der Politik geholfen. Die Vorwürfe der Umwelthilfe gegen Opel seien mit denen gegen von Volkswagen vergleichbar. VW ist bisher der einzige Hersteller in Deutschland, der Manipulationen eingeräumt hat.

Resch forderte das Bundesverkehrsministerium auf, die Ergebnisse der Umwelthilfe nachzumessen, die Zulassung für die betroffenen Modelle zu entziehen und einen Rückruf ähnlich wie bei VW anzuordnen. An den Untersuchungen der DUH beteiligten sich auch der Softwareexperte Felix Domke, das WDR-Magazin „Monitor“ und der „Spiegel“.

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